16.11.2008 - 18:13

Landtierarzt - ein tierischer Job Fiffi, Blut & Bullensperma

"Normalerweise geht der Bulle durch den ersten Bolzenschuss zu Boden. Aber wenn man mal daneben schießt… Man muss schon das Hirn zerstören. Der fällt ja nicht durch ´nen Luftzug um." Es ist Schlachtnacht und Hans-Günther Uhl steht im weiß-rot gesprenkelten Kittel in einer Blutlache. Am nächsten Morgen - bei traumhaft schönem Herbstwetter - fahren wir in seinem Geländewagen von einem Bauernhof zum nächsten. Was dann in den Schweine-, Kuh-, und Pferdeställen so passiert, ist weniger idyllisch: Künstliche Besamung….

Außer auf Bauernhöfen ist Dr. Uhl vor allem in seiner Kleintierpraxis zu finden - die ihn manchmal an eine humanmedizinische erinnert: "Was manche für ihren Fiffi auf sich nehmen, tun andere nicht für ihre nächsten Angehörigen."Dr. Uhls Job ist auf der einen Seite faszinierend und abwechslungsreich, auf der anderen auch harter Alltag. An den Gestank im Schlachthof hat er sich zwar längst gewöhnt: "Von irgendwoher muss das Frischfleisch in der Tiefkühltheke ja kommen." Was ihm aber immer noch und immer wieder zu schaffen macht, sind Fälle, "bei denen es keinen Sinn mehr macht." Einschläferungen sind an der Tagesordnung. Tieren zu helfen bedeutet oft, sie erlösen zu müssen.  Unser Sternzeit-Reporter Nikolas Fischer war einen ganzen Tag lang mit Dr. Uhl unterwegs - und eine ganze "blutige" Nacht im Schlachthof. Spätestens Dort wird überdeutlich, dass nicht jeder für diesen Job geboren ist…Könntet ihr euch eine Arbeit als Tierarzt vorstellen? Würdet ihr es zum Beispiel übers Herz bringen, die Einschläferungsspritze anzusetzen? Denkt ihr beim Steakessen auch daran, wo das gute Stück herkommt? Und findet ihr es richtig, Tieren nach ähnlichen Maßstäben zu behandeln wie Menschen - oder ist das in euren Augen völlig übertrieben? Diskutiert mit uns im Sternzeitforum!