30.10.2009 - 16:22

Eine Kindheit zwischen Ost und West Berlin 1989

"Das hieß nicht Blockwart sondern Hausbuchführer", verbessert Marcus und schaut an dem renovierten Altbau hoch, den er in tristem Grau und ohne Balkone in Erinnerung hat. "Bei der Hausbuchführerin musste meine Mutter zum Beispiel jeden Besuch anmelden". Marcus´ Mutter hatte in der damaligen DDR einen Ausreiseantrag gestellt und daraufhin ihren Job verloren. Für den sechsjährigen Marcus hatte das Leben in Ostberlin noch ganz andere Absurditäten zu bieten.

Er erinnert sich an die Wessis, die von ihren Aussichtstürmen in seinen Teil der Stadt hinunterguckten wie in einen Zoo, oder auch ans Anstehen im Supermarkt, wenn es Pfirsiche gab. Und natürlich an den Tag, als zwei Straßen weiter die Mauer fiel und die Stadt plötzlich viel größer und bunter war. Sternzeitreporterin Ana Radic hat Marcus zu dem Ort begleitet, an dem er aufgewachsen ist und an dem am 9. November 1989 die Menschen über die Mauer gingen. Zwanzig Jahre danach haben die beiden bei einem Streifzug durch die Stadt überlegt, wer den kalten Krieg eigentlich gewonnen hat und warum man heute die Mauer restauriert. Wir fragen euch: Was habt ihr für Erinnerungen an den Mauerfall? Was wisst ihr über das Leben in der DDR? Seid ihr ostalgisch oder denkt ihr, Deutsche ticken immer noch unterschiedlich, je nachdem ob Ost oder West? Schreibt uns ins Sternzeitforum.