22.11.2011 - 16:29

Che Guevara Götz Widmann

Er ist kein Freund der polierten Worte, textet auch schonmal ganz schön schroff und unverblümt. Genauso klingt sein Gesang: Unkultiviert, roh, vernunschelt. Interessanterweise schafft es der Musiker Götz Widmann dadurch oftmals, Worte an den Mann oder die Frau zu bringen, die man sich sonst vielleicht gar nicht anhören würde, weil sie zu kitschig oder pathetisch klingen. Götz Widmann ist Liedermacher, er hat einzig seine Stimme und seine Gitarre zur Verfügung. Gebürtig kommt er aus der bayrischen Rhön, aufgewachsen ist er in Heidelberg, den musikalischen Durchbruch fand er in Bonn, und im zarten Alter von 45 ist er jetzt zu seiner neuen Frau in die Schweiz gezogen.

Inmitten von Kühen, Ziegen und Schafen ist dort auch sein neues Album "Ahoi" entstanden. Vom Cover her ist es der legendären Nirvana-CD "Nevermind" nachempfunden: Götz Widmann unter Wasser in einem Swimming-Pool. Damit zeigt er, dass seine Wurzeln durchaus in der Rockmusik zu finden sind, aber das was er macht, hat eben wenig mit bestimmten Szene-Attitüden zu tun, er hat seine eigene Szene erschaffen durch seine persönliche Art. Politisch ist Götz Widmann ganz bestimmt, und er guckt genau hin. Im Lied "Che Guevara" erzählt er von einer Geschichte rund um den Kauf eines Feuerzeugs. Sie zeigt, wie historische Botschaften sich über die Zeit genau ins Gegenteil verkehren können oder nur noch als inhaltslose Identifikationsfläche zubringen. Götz Widmann von seinem neuen Album "Ahoi" mit "Che Guevara".   

Autor: Daniel Hauser