12.04.2009 - 09:38

BWV 31 - Ostertag Bachkantate am 12. April 2009

"Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret": So hat Johann Sebastian Bach seine Kantate für den heutigen Ostersonntag überschrieben und eine passendere Überschrift kann es für eine Kantate zum Ostersonntag eigentlich gar nicht geben. Uraufführung war das Osterfest 1715.

Der Text stammt von Salomon Franck, der an das Osterevangelium anknüpft.  Und so bricht schon gleich im ersten Satz, der einleitenden Sonata,  der volle Osterjubel los. Und so feiern die ersten drei Sätze die Auferstehung Jesu und die nunmehr befreite Kreatur. Der Eingangschor greift die jubelnde Stimmung der Sonata auf. Das folgende Rezitativ ist ganz einfach gehalten und wird ebenfalls nur mit dem Continuo instrumentiert. Besonders musikalisch gestaltet Bach die Worte „lebt unser Haupt, so leben auch die Glieder". Dadurch verleiht der Thomaskantor dieser Aussage einen deutlichen Akzent. Mit dem vierten Satz wendet sich der Textdichter nun an den einzelnen Christen. Auch er muss „geistlich auferstehen" und den alten Menschen ablegen. Besonders im sechsten Satz, der Arie „Adam muss in uns verwesen" setzt Bach diese Gedanken in Musik um. So bringen die Streicher mit ihren auf- und absteigenden Melodielinien die „Umkehr" des Menschen zu Ausdruck. Mit Satz 7 erfährt der Gedankengang der Kantate nochmals eine neue Wendung. Der Christ, der Jesus nachfolgt, muss auch mit Christus leiden, um mit ihm zu seiner Herrlichkeit einzugehen.Die dritte Arie endlich vereinigt den Ariensatz mit der in den Streichern erklingenden Choralmelodie „Wenn mein Stündlein vorhanden ist". Gegenüber der Wärme und Fülle des Streicherklanges, der die voraufgegangene Arie kennzeichnet, herrscht hier eine mystisch-entrückte, jenseitige Stimmung, die Bach unter anderem durch den Kontrast der hohen Sopranlage gegenüber der tiefliegenden Choralmelodie erzeugt.Der Hörer ist nun schon darauf vorbereitet, dieselbe Liedweise auch im Schlusschoral wieder anzutreffen, diesmal in einem schlichten Chorsatz, jedoch mit einer hohen Instrumentalstimme, die dem Satz gleichfalls eine verklärte Stimmung verleiht. Mit diesem Gedanken der Todessehnsucht klingt das Werk aus. Die „letzte Stunde" bedeutet aber nicht nur den Tod, sondern zugleich die Auferweckung durch Christus. Der Schlusschoral bestätigt dies. Und so klingt der freudige Osterjubel des Beginns in mystische Todessehnsucht  aus. BWV 31: „Der Himmel lacht! Die Erde jubilieret." Wiener Sängerknaben, Concentus musicus Wien, Leitung.  Nikolaus Harnoncourt. Quelle: Alfred Dürr: Die Kantaten von Johann Sebastian Bach. Bärenreiter 1995.