23.10.2015 - 10:00

Von glücklichen Orten und glücklichen Menschen "Wo geht's denn hier zum Glück?"

Was macht uns beim Reisen glücklich? Sonne, Meer, Natur, Kultur, nette Menschen, freie Zeit, einfach mal woanders sein?

Wahrscheinlich von allem etwas. Maike van den Boom ist zu den dreizehn glücklichsten Ländern der Welt gereist und hat gelernt wie man glücklich sein kann, auch wenn - wie jetzt - der Herbst mit nassem Wetter und dunklen Abenden vor der Tür steht. "Wo gehts denn hier zum Glück?" heißt ihr Buch und sie fragt, ob das Geheimnis des Glücklichseins in der Mentalität eines Landes gründet.

Georges Hausemer dagegen ist sicher, die baskische Metropole San Sebastián (Donostia) ist die glücklichtse Stadt der Welt. Über diese Stadt, die 2016 neben Breslau Kulturhauptstadt Europas ist, hat Hausemer mit Susanne Jaspers einen fröhlichen Reiseführer geschrieben.

Glücklich trotz schmerzender Füße

Wer immer das Glück unterwegs sucht – es scheint eine Grundregel zu geben: Eine gewisses Maß an Aufwand, an eigener Anstrengung gehört zum Glück dazu. Dazu braucht es gar nicht die weite Reise. Silke hat sich vorgenommen alle sieben Gipfel des Siebengebirges zu ersteigen, an einem Tag, auf einer Tour. Drachenfels, Nonnenstromberg, Ölberg, Löwenburg, … ständig geht es auf und ab. „Kaum zu glauben, was wir geschafft haben“, sagt Silke am Ende mit rotem Gesicht, „sieben auf einen Streich!“ Glücklich ist sie trotz schmerzender Füße.

Oder sollte man ganz anders versuchen, das Glück beim Rockzipfel zu fassen? Diejenigen aufsuchen, die die Glücksbringer schlechthin sind? In Santa Maria Maggiore im Vigezzo Tal nahe dem Lago Maggiore treffen sich alljährlich Schornsteinfeger aus ganz Europa. Das Vigezzo Tal ist das „Tal der Kaminfeger“, von dort aus gingen sie einst auf Wanderschaft, fegten europaweit die Kamine, brachten ihrem Ort Glück indem sie andernorts Unglück verhinderten.

"Ich bin mir hier bewusster darüber, dass ich glücklich bin."

Vielleicht aber liegt das Glück doch sehr fern, vielleicht muss man Wüsten durchqueren, um schließlich die Oase seines Lebens zu finden. Das Valle del Elqui ist eine grüne Oase mitten in Chiles Halbwüste, etwa 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago. Ein Tal voll besonderer Energie, heißt es. Die chilenische Dichterin Gabriela Mistral ist im „Valle“ geboren, sie schrieb:

„Ich bin mir hier bewusster darüber, dass ich glücklich bin. Ich glaube, wenn Du im Leben das machst, was Du machen willst, wenn Du es schaffst, Dein Inneres besser kennen zu lernen und demnach Entscheidungen zu treffen, ist das der Weg zum Glück. In meinem Fall war das, Musik zu machen, an diesem wunderbaren Ort zu leben.“