06.05.2016 - 10:00

Im Kuseler Musikantenland Exportschlager der Westpfalz

Wer in der Westpfalz auf Entdeckungstour geht, lernt ein ganz eigenes Kapitel deutscher Exportgeschichte kennen: die Wandermusikanten.

Die Pfalz gehört zu den reizvollsten Reisezielen in Deutschland. Es lockt der Wein, es locken hübsche Städtchen und ausgedehnte Wanderparadiese. Besonders ruhig, aber nicht weniger reizvoll, geht es in der Westpfalz zu. Wer dort auf Entdeckungstour geht, lernt ein ganz eigenes Kapitel deutscher Exportgeschichte kennen: die Wandermusikanten. Im 19. Jahrhundert ging es den Menschen dort schlecht, in großen Scharen wanderten sie aus, vor allem nach Amerika. Andere machten sich auch auf den Weg, zumindest über mehrere Monate im Jahr: sie verdienten sich ihr Geld als fahrende Musikanten und Kapellen im europäischen Ausland. Sie reisten sogar bis nach Amerika und beglückten dort wiederum die Ausgewanderten mit Musik aus der Heimat. Eine Musik von durchaus hoher Qualität.

Ein Marsch für den Präsidenten

Erzählt wird die Geschichte der Musikanten aus der Pfalz vor allem im Musikantenlandmuseum bei Kusel auf Burg Lichtenberg. Man trifft dort manche Amerikaner, die dort im Passregister nach Spuren ihrer Vorfahren suchen. Und man lernt, dass mancher Musikant mehr als nur eine Spur im Register hinterlassen hat. George Drumm zum Beispiel, geboren 1874 in Erdesbach bei Kusel, der es bis an den Broadway schaffte, wurde mit dem Marsch "Hail America" berühmt, der seit den 1950er Jahren bei offiziellen Anlässen für den amerikanischen Präsidenten gespielt wird.

Außerdem in dieser musikalischen Sendung:

Ein Besuch der Kathedrale von Albi in Südwestfrankreich, die zum zum UNESCO-Welterbe gehört. Die Kathedrale ist der Heiligen Cecilie geweiht, Schutzpatronin der Musiker und Sänger und insbesondere der Kirchenmusik.

Im Städte-Dreieck Eisenach, Köthen und Leipzig trifft man immer wieder auf Spuren des berühmten deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach.

Und außerdem empfehlen wir eine Rundreise einfach dem Klang von Glocken nach.