28.02.2016 - 20:00

Zeitdruck schützt nicht vor Genialität Mozarts Linzer Sinfonie

1783 komponierte Mozart die so genannte Linzer Sinfonie "Hals über Kopf", wie er später in einem Brief schrieb. Von Salzburg kommend, sollte er überraschend eine Akademie in Linz abhalten – dafür erwartete das Publikum ein frisch geschriebenes Werk – das Mozart in vier Tagen schreiben und uraufführen musste.

Doch trotz des Zeitdrucks gelang ihm ein Geniewurf. Die Gattung der Sinfonie entwickelte sich im 18. Jahrhundert rasant. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten nahm sie sowohl in der Länge als auch in der Satzanzahl erheblich zu. Mozart schrieb etwa 40 Sinfonien, die ersten waren noch sehr kurz und hatten drei Sätze. In den 1770er und 1780er Jahren nahmen auch bei ihm die Sinfonien in Länge und Satzanzahl zu und er erreichte eine hohe Meisterschaft in dieser Gattung.

Die Linzer Sinfonie steht etwas zwischen den letzten drei späten und gleichsam grandiosen Sinfonien von Mozart und seinen Anfangen. 1783 komponierte er das Werk etwas Hals über Kopf. Denn von Salzburg kommend, sollte er überraschend eine Akademie in Linz abhalten – dafür erwartete das Publikum ein frisch geschriebenes Werk – das Mozart aber gar nicht vorbereitet haben konnte, da er spontan eingeladen worden  war.

So komponierte er in nur wenigen Tagen eine Sinfonie in C-Dur KV 425, die aufgrund der Umstände eben Linzer Sinfonie genannt wird. Sie besteht aus vier Sätzen. Der erste, eigentlich schnell gehaltene, beginnt mit einer langsamen Einleitung. Dann folgt der zweite, langsame Satz, dann das Menuett und dann als letzter Satz das Presto, das die Sinfonie temperamentvoll und mitreißend abschließt. An keiner Stelle merkt man, dass Mozart das Werk unter großem Zeitdruck in nur vier Tagen komponiert, geprobt und schließlich aufgeführt hatte.