03.10.2014 - 20:00

Missa ultima in g von Johann Adolph Hasse Musik zum Tag der Deutschen Einheit

Vor 25 Jahren am 9. November fiel die Mauer in Berlin, seit 24 Jahren ist Deutschland wiedervereint. Seit dieser Zeit haben viele Städte ihr kulturelles Erbe neu entdeckt, beziehungsweise mit neuen Mitteln intensiver erforschen können, so auch in Dresden. Seit den 1990er Jahren und dem Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche werden in der Stadt verstärkt die Werke von Dresdener Komponisten wiederaufgeführt. Das gilt sowohl für die Frauen- wie auch für die katholischen Hofkirche.

Ein solcher Komponist war Johann Adolf Hasse, der heute erst nach und nach wieder ins musikalische Bewußtsein rückt. Zu seinen Lebzeiten war das anders. Er galt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als einer der bekanntesten und vor allem erfolgreichsten Komponisten überhaupt. Vor allem auf dem Gebiet der Oper feierte er wahre Triumphe.1699 bei Hamburg geboren, studierte er in den 1720er Jahren in Neapel beim berühmten Alessandro Scarlatti Harmonielehre und Tonsatz. Sehr schnell machte er sich in Italien einen Namen als Opernkomponist. Für den Dresdener Hof schrieb er 1731 die Oper Cleofide. Die Uraufführung in Dresden war ein riesiger Erfolg. Der sächsische Kurfürst war von Hasse so begeistert, dass er dem mittlerweile zum Katholizismus übergetretenen Musiker die Stelle des Sächsischen Hofkapellmeisters anbot. Pikant ist daran, dass sich sowohl Johann Sebastian Bach und als auch Jan Zelenka vergeblich um diese Stelle beworben hatten. Hasse bekam also den Zuschlag und prägte in seiner neuen Stelle mehr als dreißig Jahre lang das musikalische Leben  der Stadt. Die Missa ultima in g ist dieser Zeit, ist dem Sächsischen Hof gewidmet. Für Hasse war es tatsächlich die ultimative Messe, denn als er sie schrieb wusste er, dass er bald sterben würde. Denn er befand sich mit 84 Jahren am Ende eines sehr erfolgreichen Lebens als Komponist. Die Missa ultima in g ist auc tatsächlich sein letztes Werk, sie entstand 1783 in Venedig, wo Hasse einige Monate später starb. Die Messe ist als Kantatenmesse angelegt, das heißt, die fünf Teile der Messe, Kyrie, Gloria, Credo, Sanktus und Agnus Dei, wurden noch einmal in Sätze unterteilt und diese unterschiedlich besetzt, entweder mit Einzelsänger oder Chor, jeweils mit Orchester.

Moderation: Mathias Peter