Venedig - Kulturmetropole seit Jahrhunderten
Venedig - Kulturmetropole seit Jahrhunderten

10.04.2016 - 20:00

Vespergottesdienste in Italien waren gesellschaftliche Ereignisse Die Musik predigt

Über Jahrhunderte waren die sonntäglichen Vespergottesdienste – also nicht die Messen am Sonntagvormittag – besonders aufwändig musikalisch gestaltet. An den bedeutenden Kathedralen in Italien kamen regelmäßig die besten Sänger und Instrumentalisten zum Einsatz.

In Musica erklingen Beispiele aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Die Texte für die Vertonungen waren variabler, da vor allem Psalmen aus dem Alten Testament gebetet wurden. Die Zusammenstellung der Psalmen und Hymnen hingen vom jeweiligen Sonntag ab.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden dadurch vor allem die Psalmen vertont, die besonders oft in der Vesper gebetet wurden.

Um Sonntag für Sonntag gute Musik aufführen zu können, schrieben Komponisten vor allem in der Barockzeit ganze Sammlungen von Vesperpsalmen, beziehungsweise schafften Notensammlungen an, aus denen sie dann je nach Bedarf einige Psalm-Vertonungen für Ausführungen auswählen konnten.

Unter dem Titel "Vespro breve" gibt es zum Beispiel mehrere Musikwerke von Francesco Durante, die die Texte für eine Vesper in Musik gesetzt haben. Allerdings lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen, für welchen Sonntag im Kirchenjahr Durante die Vespersammlung angelegt hat.

Generell war die Kirchenmusik sein Hauptbetätigungsfeld. Ein Jahr vor Johann Sebastian Bach geboren, also 1684, wirkte Durante vor allem in Neapel.

In der angesprochenen Vespersammlung sieht Durante als Besetzung Solisten, Chor und Generalbass vor.

An der San Marco-Kathedrale in Venedig im 17. Jahrhundert zum Beispiel waren die Gottesdienste für ihre prächtige musikalische Ausgestaltung berühmt, viele Menschen kamen von weit her, um einmal einen Gottesdienst in der Kathedrale zu erleben. Kurios: den Priestern war gegen Strafe verboten, die Musik zu unterbrechen, der Wortanteil vor allem bei den Vespergottesdiensten wurde auf ein Minimum reduziert.

Als Beispiel für die musikalische Pracht erklingt von Francesco Cavalli eine Vertonung des Psalms "Lauda Jerusalem".

Moderation: Mathias Peter