12.05.2011 - 08:50

100. Todestag von Gustav Mahler am 18. Mai "Mahler erschien mir als Genie und Dämon"

Erst die so genannt "Mahler-Renaissance" in den 1960er Jahren räumte seinen Werken den Raum ein, den sie aufgrund ihrer hohen Qualität verdienen. Zu seinen Lebzeiten war Gustav Mahler als Dirigent unumstritten - "Sommer-Komponist" – diese halb spöttisch, halb bewundernde Bezeichnung galt dem österreichischen Musiker allerdings auch. Denn Mahler war damals vor allem als Dirigent und Reformer des Musiktheaters berühmt.

Doch da er so vielfältige Verpflichtungen als Orchesterleiter hatte, blieben ihm nur die Sommerferien zum Komponieren - daher der zweifelhafte Titel "Sommer-Komponist". An seinen Fähigkeiten, ein Orchester meisterhaft zu dirigieren, zweifelte niemand. Nur seine Kompositionen brauchten einige Zeit, bis sie sich durchsetzen konnten. Daran hatten die Nazis mit ihrem Aufführungsverbot seiner Werke auch einen hohen Anteil. Mittlerweile sind die Werke Mahlers nicht mehr aus dem Kulturbetrieb wegzudenken - wegweisend waren dabei Dirigenten wie Leonard Bernstein und Rafael Kubelík.

In der Sendung "Musica" gibt es ein ausführliches Interview mit dem Mahler-Kenner Markus Stenz. Der Gürzenich-Kapellmeister spielt mit seinem Kölner Orchester gerade alle Sinfonien des Österreichers auf CD ein.

Außerdem:
Vorstellung einer neuen CD mit Musik von Alessandro Grandi. Der Monteverdi-Zeitgenosse hinterließ grandiose geistliche Werke - heute sind diese leider zu Unrecht fast vergessen.
"Vespro dealls Beata Vergine", so lautet die neue Einspielung des Carus-Verlages.