Verzweifelten Menschen helfen
Gelassenheit: Ein Mann geht über einen Steg.
Schwester Katharina
Schwester Katharina

23.05.2019 - 08:00

Osterimpuls von Schwester Katharina Über die gute Tat

Schwester Katharina weiß: Gutes tun und Frieden wollen bedeutet Arbeit. Heute spricht sie über die Gelassenheit und die guten Vorsätze.

Im Dekalog der Gelassenheit von Papst Johannes dem XXIII. gibt es einen weiteren Vorsatz, der heißt: "Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen und ich werde sie niemandem erzählen." Das erinnert mich zunächst an Psalm 34, da steht nämlich: "Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht? Bewahre deine Zunge vor bösen und deine Lippen vor falscher Rede. Meide das Böse und tue das Gute. Suche Frieden und jage ihm nach." Wenn ich so die Bücher und Aufzeichnungen dieses Papstes richtig verstanden habe, ist es genau das. Wer das Leben liebt, das er von Gott bekommen hat und viele gute Tage sehen möchte, der richte sich nach diesen Versen. Lippen und Zunge vor dem Bösen hüten und keine falschen Reden halten, das Gute tun und den Frieden suchen. Eine gute Tat, wie in diesem Vorsatz, kann ja vieles heißen. Je nachdem wo und wie man lebt und arbeitet, liebt oder leidet.

Aber immer bedeutet es dem anderen gutes und friedliches wollen, ob zu Hause oder im Beruf, ob in der Politik oder in der Kirche. Und das jeden Tag ganz konkret an einer Stelle tun, das ist schon Arbeit. Und dann kommt aber der zweite Teil dieses Vorsatzes und ich werde es niemandem erzählen. Heute ist unsere Profession oft eine andere. Da heißt es eher: "Tue Gutes und rede darüber!" Das ist gerade für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ein Gebot. Wenn viele gute Taten nicht öffentlich würden, gäbe es nicht so viele gute Nachahmung. Da ist natürlich was dran. Aber in meinem täglichen Tun und Lassen ist es eine Übung wert. Die tägliche gute Tat ganz selbstverständlich tun, sie nicht in die Welt hinaus posaunen und darum wissen, dass all das Gute, das täglich geschieht, das Böse in der Welt ein Stück zurückschickt und dem Frieden im eigenen Umfeld einen Weg bereitet. Also, nur für heute, werde ich eine gute Tat vollbringen und ich werde sie niemandem erzählen.

(DR)