Heiliger Geist
Heiliger Geist

01.06.2019 - 06:16

Osterimpuls von Schwester Katharina Wenn der Heilige Geist eingreift

Es war Zeit für die Vorabendmesse, aber: kein Priester war gekommen, kein Organist und kein Lektor. Schwester Katharina erzählt im Morgenimpuls davon, wie der Heilige Geist nicht nur aushalf, sondern den Gottesdienst zu einer bleibenden Erinnerung gemacht hat. 

Am Mittwochabend, dem Vorabend des Festes Christi Himmelfahrt, sind wir wie immer in die heilige Messe gegangen. Fünf Minuten vor Beginn kommt der Küster aus der Sakristei und macht mir das Zeichen, dass er einen Lektor braucht. In der Sakristei war alles in ziemlicher Unruhe, weil weder ein Priester noch der Organist gekommen waren. Aber ein Diakon war in der Kirche. Wir haben angerufen und uns fünf Minuten lang abgesprochen, dass wir jetzt einen Wortgottesdienst mit Kommunion-Austeilung feiern würden. Eingangslied "Kyrie und Gloria" hatte ich schnell auf dem Zettel, alles andere wollte ich während der Feier suchen und finden. Den noch so kleinen Messdienern haben wir gesagt, sie sollten einfach auf ihre Plätze gehen.

Und so haben wir begonnen mit dem kraftvollen Gesang "Christ fuhr gen Himmel. Was sand er uns hernieder? Er sandte uns den Heiligen Geist zum Trost der ganzen Christenheit". Und genau so habe ich den Gottesdienst empfunden. Volle Power des Geistes und kraftvoller Gesang der vielen Menschen, die zum Gottesdienst gekommen waren. Die Lesung aus der Apostelgeschichte, die vom Ereignis der Himmelfahrt berichtet, hat diese schöne Aussage der Engel: "Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?"

Dieser Jesus, der in den Himmel aufgenommen worden ist, der wird wiederkommen. Und wir haben an diesem Abend gespürt, dass er mitten unter uns ist. Der Diakon hat eine Predigt gehalten, die er in Erinnerung bleiben wird, weil er, ohne Vorbereitung, aus dem Stegreif oder voll des Geistes, keine wohlgesetzte Theologie in gut ausformulierten Sätzen vorgetragen hat, sondern von seinem Glauben an den wiederkommenden Jesus erzählt und von seiner Hoffnung auf die verheißene Heimat im Himmel. Es war ganz still in der Kirche, weil die Menschen seinen Glauben gespürt haben und beeindruckt waren. Und zur Kommunion war dann plötzlich brausender Orgelklang und noch vollerer, Gesang weil der Organist gekommen war. Nach dem Segen und dem Schlusslicht haben wir in der Sakristei dem Heiligen Geist gedankt, der die Power und die richtigen Worte gegeben hat. Und wir alle waren sehr berührt und sehr angetan von dieser Möglichkeit, die uns gegeben worden war.

(DR)