Ein Transparent zeigt Maria, die Mutter Gottes, mit einem Pflaster über dem Mund
Ein Transparent zeigt Maria, die Mutter Gottes, mit einem Pflaster über dem Mund
Schwester Katharina
Schwester Katharina

20.05.2019 - 06:42

Osterimpuls von Schwester Katharina Darum geht es: Gott verkünden

Schwester Katharina ist am Wochenende mit einigen Menschen über die Initiative Maria 2.0 ins Gespräch gekommen. Sie bemerkt die unterschiedlichen Meinungen. Und echtes Interesse von einigen, die mehr von Gott hören wollen.

Am Wochenende war hier in Olpe Stadtfest. Mit Fahrgeschäften und vielen anderen Vergnügungen, mit Musikbühnen und vielerlei Angeboten. Alle Läden in der Stadt waren offen und die ganze Innenstadt war für den Verkehr gesperrt. Das hieß aber auch, dass ich noch nicht mal zu Fuß zum Markt kam, sondern für alles einen Umweg laufen musste. Der Vorteil von Umwegen ist ja in diesem Fall, dass man auf einem sehr viel weiteren Weg sehr viel mehr Menschen trifft. Übersetzt gesagt: wenn man einen Marktplatz hat, braucht man keine Zeitung. Es ging also mit vielen Leuten über Gott und die Welt.

Mein kleiner Einkauf von Obst und Gemüse wurde zu einem Dauerinterview. "Schwester, jetzt sagen Sie doch mal, was halten Sie denn von diesen streikenden Frauen?". Ich war ganz positiv überrascht, weil ich in diesem kleinen Olpe so eine Frage nicht erwartet hätte. Und so haben wir uns unterhalten – über die Rolle von Frauen in der Kirche, über immer mehr ausfallende Gottesdienste, weil es nicht mehr genug Priester gibt und über uns Frauen, die wir nicht mehr nur Dialog, wie seit Jahrzehnten, fordern, sondern endlich Taten haben wollen. Die Reaktionen der Leute waren sehr unterschiedlich. Von: "Aber Schwester, Sie werden doch sowas nicht gutheißen." – doch ich heiße es gut – bis: das finde ich aber toll und hätte von Ihnen auch nichts anderes erwartet." Wow, habe ich gedacht. Da bestärkt mich jemand, von dem ich es wiederum nicht gedacht hätte. Typisch Markplatz eben: Austausch und Gespräch. Einfach plaudern und auch ernsthaft Politik machen.

Sie kennen vielleicht den Abschnitt aus der Apostelgeschichte, wo Paulus zunächst in der Synagoge in Athen zu den Juden spricht und dann aber auf dem Marktplatz, dem Areopag. Dort hören Nichtjuden und Anhänger vieler Glaubensrichtungen zu. Es geht in der Hauptsache um die Verkündigung der Auferstehung. Da gibt es Spott und Verachtung, aber auch echtes Interesse und am Ende kommen doch einige mit, die mehr von diesem Gott hören wollen. Darum geht es: Gott verkünden in allem, was wir tun und reden.

(DR)