18.05.2019 - 14:11

Osterimpuls von Schwester Katharina Die stille Zeit nur für uns ganz allein

Den Samstag nutzen viele Menschen, um die Beschäftigungen zu erledigen, für die unter der Woche keine Zeit war. Doch eine Sache wird oft vergessen, meint Schwester Katharina. Denn auch das Leben der Seele braucht Nahrung und eine stille Zeit ganz für sich allein.

Der Samstag ist für viele hier im Sauerland und sicher auch anderswo so ein Tag, wo all das getan wird, wofür in der Arbeitswoche keine Zeit blieb. Einkaufen, das Haus putzen, Wäsche waschen und bügeln, im Garten arbeiten und hoffen, dass nach der kalten Sophie jetzt keine Fröste mehr kommen, aufräumen und so weiter. Eine Sache, die wir über all unsere Geschäftigkeit, Betriebsamkeit und unseren Sorgen für die Mitmenschen oft zu kurz kommen lassen, ist, dass wir auch mal ein bisschen stille Zeit nur für uns ganz allein brauchen. Ohne Radio, ohne Fernseher, ohne Internet und Telefon, ohne Gespräche.

Gestern Abend als ich einfach zu müde war, um noch weiter zu arbeiten, habe ich unglaublich lange am offenen Fenster gesessen, dem Sonnenuntergang zugeschaut und den Vögeln zugehört. Das habe ich schon so lange nicht mehr gemacht. Und dabei ist das so einfach. Ich war danach so erfrischt und zufrieden und heiter wie schon lange nicht mehr. Vielleicht haben Sie ja heute auch die Chance, sich mal ein paar Minuten Stille zu gönnen, wenn Sie die ganze Woche dazu keine Zeit hatten.

Im Dekalog der Gelassenheit von Papst Johannes dem XXIII., von dem ich Ihnen schon ein paar Dinge erzählt habe, steht also diesmal: "Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit der Stille widmen und Gott zuhören. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist das Horchen auf Gott in der Stille notwendig für das Leben der Seele." Wenn ich daran denke, wie viel Sorgfalt wir auf die Nahrung des Leibes legen, wie es der Papst nennt. Wir kaufen ein, lagern ein, kochen, backen, braten, konservieren und bereiten zu, nehmen uns Zeit zum Essen und am Wochenende vielleicht auch für gemeinsame Mahlzeiten. Da wird mir schon deutlich, wie wenig Zeit wir für die Nahrung der Seele verwenden – das Horchen auf Gott in der Stille.

Vielleicht ist das also so ein Tipp für heute oder eine kleine Idee: "Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit der Stille widmen und Gott zuhören. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, so ist das Horchen auf Gott in der Stille notwendig für das Leben der Seele."

(DR)