17.05.2019 - 06:00

Osterimpuls von Schwester Katharina Geschaffen, um glücklich zu sein

Wozu sind wir auf Erden? Der Katechismus antwortet: Um Gott zu lieben, ihm zu dienen und dadurch in den Himmel zu kommen. Papst Johannes XXIII. formuliert es besser, findet Schwester Katharina: Wir sind geschaffen, um glücklich zu sein - heute schon!

Die Älteren unter uns kennen vielleicht noch die Einleitung zum sogenannten Kleinen Katechismus der katholischen Kirche mit der sehr prägnanten Frage: Wozu sind wir auf Erden? Und dann, mit traumwandlerischer Sicherheit, die unumstößliche Antwort: Wir sind auf Erden, um Gott zu erkennen, ihn zu lieben und ihm zu dienen und dadurch in den Himmel zu kommen. Eigentlich schön einfach und klar – und deutlich.

Generationen von katholischen Christen und ihre Familien haben danach gelebt, es zumindest versucht. Die vielen kleinen Texte und Gebete sind ein Schatz geworden, aus dem man immer noch gut schöpfen kann. Und trotzdem klang und klingt das in meinen Ohren immer wie: Wenn du das und das und das tust, dann wirst du in den Himmel kommen. Die typische Jenseits-Vertröstung, die später den Christen immer zum Vorwurf gemacht worden ist.

Im Dekalog der Gelassenheit von Papst Johannes XXIII. steht etwas, das ganz anders klingt. Es heißt dort: "Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich geschaffen bin, glücklich zu sein. Nicht nur in der anderen Welt, sondern auch schon heute". Das klingt ebenso klar und deutlich. Aber eben doch ganz anders. Papst Johannes war sich sicher: Wir sind Kinder Gottes. Und wenn schon jeder Vater, jede Mutter zufrieden ist, wenn die Kinder glücklich werden, so scheint es mir sehr einleuchtend zu sein, dass unser Vater im Himmel möchte, dass seine Kinder glücklich sind.

Einen wunderschönen Text von Hanns Dieter Hüsch, den ich Ihnen gern mit in den Tag geben möchte, heißt: Gottes Kinder.
"Im übrigen meine ich,
möge uns der Herr weiterhin
zu den Brunnen des Erbarmen führen 
zu den Gärten der Geduld und uns mit Großzügigkeitsgirlanden
schmücken.

Er möge uns weiterhin lehren,
das Kreuz als Krone zu tragen
und darin nicht unsicher zu werden,
soll doch seine Liebe unsere Liebe sein.

Er möge wie es auskommt in unser Herz eindringen,
um uns mit seinen Gedankengängen
zu erfrischen,
uns auf Wege zu führen,
die wir bis jetzt nicht betreten haben,
aus Angst und Unwissenheit darüber,
dass der Herr uns nämlich aufrechten Ganges
und fröhlich sehen will,
weil wir es dürfen und nicht nur dürfen, sondern auch müssen.
Wir müssen endlich damit anfangen
das Zaghafte und Unterwürfige abzuschütteln
denn wir sind Kinder Gottes: Gottes Kinder!
Und jeder soll es sehen. Oder ganz erstaunt sein,
dass Gottes Kinder so leicht und fröhlich sein können
und sagen: Donnerwetter.

Jeder soll es sehen und jeder soll nach Hause laufen
und sagen: er habe Gottes Kinder gesehen
und die seien ungebrochen freundlich
und heiter gewesen,
weil die Zukunft Jesus heiße.
Und weil die Liebe alles überwindet
und Himmel und Erde eins wären
und Leben und Tod sich vermählen
und der Mensch ein neuer Mensch werde.
Durch Jesus Christus."

(DR)