Das Aschekreuz zum Aschermittwoch
Das Aschekreuz zum Aschermittwoch

26.02.2020 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Sich ankreuzen lassen

Der Papst, die Bischöfe, die Priester – sie alle müssten etwas in der Kirche ändern. Schwester Katharina ruft jeden und jede angesichts des Aschermittwochs dazu auf, selbst zu schauen, was man ändern kann, damit der Auftrag Jesu erfüllt wird.

Meine Güte, meine Kirche! Jetzt müsste sie doch endlich mal anfangen, all die Dinge zu ändern, die sich in den letzten Jahrzehnten, Jahren, Monaten und Wochen angestaut haben. Sexueller und geistlicher Missbrauch, Machtmissbrauch, Vertuschung und männerbündisches Verhalten, um die "Inner-Circle-Ruhe" nicht zu stören. Die Missachtung der Frauen in der Kirche und die Höhersetzung des Zölibates über den Wert der Eucharistie.

Ja, sie müsste. Der Papst müsste, die Bischöfe, die Priester, ja sie müssten vieles ändern. Aber heute geht es nicht nur um die da oben, nicht die, von denen ich scheinbar so genau weiß, was sie tun müssten. Heute geht es auch um mich. Ich lasse mich mit Asche ankreuzen, kennzeichnen und mir den Auftrag geben: "Kehr um und glaub an das Evangelium." Das ist mein Auftrag, den ich von Jesus selbst bekomme, weil er es seinen Jüngern und Jüngerinnen immer wieder gesagt hat.

Als junge Jugendliche hab ich mich manchmal geschämt, mit dem Kreuz auf der Stirn durchs Dorf nach Hause zu laufen. Da konnte ja jeder sehen, dass ich angekreuzt worden war, und viele wussten noch, was das bedeutet. Schau mal selber, was da nicht so gut läuft bei dir. Schau doch mal, ob die Richtung noch stimmt. Schau doch mal, was du selber machen kannst, damit du die Richtung änderst.

Ja, die Kirche muss sich ändern, wenn sie den Auftrag Jesu erfüllen will. Und deshalb beginnen wir heute mit allen, die sich heute auch ankreuzen lassen, mit der ganzen sündigen Kirche, diese große Zeit der Umkehr und des Neuanfangens. Mit mir, mit dir und mit allen, die guten Willens sind.

(DR)