Symbolbild: Oma mit Enkelin
Symbolbild: Oma mit Enkelin

25.11.2019 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina "Sie hatte den Rosenkranz immer in der Schürzentasche"

Am Namenstag ihrer Oma erinnert sich Schwester Katharina an eine Frau, die ihren Glauben lieber im Herzen, als vor sich her getragen hat.

"Barbara mit dem Turm, Margaretha mit dem Wurm, Katharina mit dem Radl sind unsere drei heiligen Madl." Diesen Spruch, den wir als Kinder gelernt haben, fand ich immer total witzig. Und so konnte ich mir damit merken, wie die drei Frauen unter den 14 Nothelfern hießen. Unter diesen 14 Nothelfern, die auf vielen Altären in Kirchen verehrt werden, ist die heilige Katharina von Alexandrien, an die wir heute mit der Kirche denken.

Sie galt in ihrer Zeit als so gelehrt und so klug, dass sie bis heute Patronin der Philosophen und manch anderer Wissenschaften ist. Ob sie wirklich gelebt hat oder ob sie eine Kultfigur ist, an deren Beispiel die Glaubenstreue und das Martyrium vieler Christen deutlich werden sollte, weiß man nicht so genau. Meine Oma Katharina war jedenfalls eine große Verehrerin ihrer Heiligen. Aber auch bei meiner Oma wurde deutlich was es heißt, in schlimmen Zeiten treu zum Glauben und zu Gott zu stehen.

Vor den Nazi-Zeiten hatte sie geheiratet und sechs Kinder bekommen. Im Krieg musste sie zusehen wie sie ihre Kinder zusammenhielt und nicht an die Nazis verlor. Was sie auch sehr energisch als ihre Aufgabe gesehen hat. Ihr Mann war als Lokführer unentwegt unterwegs und in den Kriegsjahren an der Front. In den Jahren des Sozialismus nach dem Krieg, in der Sperrzone zur Westgrenze, in der sie leben musste, mit all den Einschränkungen, die den Katholiken in der DDR auferlegt wurden; Sie ist unerschütterlich, gläubig und fromm geblieben.

Immer den Rosenkranz in der Schürzentasche, hat sie nicht viel Aufhebens um ihren Glauben gemacht. Sie hatte beide Beine standfest auf der Erde, wie man so sagt. Tatkräftige Arme bei allen, die ihre Hilfe gebraucht haben, und das Herz beim lieben Gott, wie sie ihn immer genannt hat. Zwei Kinder sind vor ihr gestorben und ihren Mann, der sehr cholerisch war, hat sie bei einer Krebserkrankung in Geduld bis zum Ende gepflegt. Sie ist für mich eine der modernen heiligen Katharinas, die es zu allen Zeiten gegeben hat und die uns, die wir im Moment in ruhigeren Zeiten leben können, immer noch Vorbild sein können.

(DR)