Trösterin Maria ist gütig und mild
Marienfigur in Lourdesgrotte

09.12.2019 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Was steht hinter dem Fest Mariä Empfängnis?

Am 8. Dezember feiert die katholische Kirche das Fest Mariä Empfängnis. Im Morgenimpuls erklärt Schwester Katharina, was es mit dem Fest auf sich hat und was sie selbst damit verbindet. 

Vorige Woche war ich mit einigen Mitschwestern in Sankt Maria im Kapitol in Köln zu einer Vesper im Advent. Der Figuralchor Köln hat mit wunderbaren Liedern, Psalmen und Gesängen eine Ahnung aufkommen lassen, dass die Sehnsucht der Menschen schon immer groß und mächtig war. Die Sehnsucht, ihrem Gott nahe zu sein und ihn irgendwie zu spüren.

Schon der Eingangsgesang hat mich total gepackt. Wie aus weiter ferne, aus den hinteren Gängen der riesigen Kirche hat man eine einzelne hohe, klare Stimme gehört: Veni, veni, Emmanuel, captivum solve Israel – oh komm, oh komm, Emmanuel, nach Dir sehnt sich dein Israel.

Und irgendwann, nach gefühlten Ewigkeiten, hat der volle Chor dieses Sehnsuchtslied gesungen. Gott hat die Sehnsucht der Menschen gehört und seinen Sohn gesandt. Und um ihn als Mensch auf die Erde kommen zu lassen, hat er sich Maria, ein junges Mädchen aus Israel, ausgewählt und sie vom ersten Tag ihrer Empfängnis von jedem Makel der Schuld bewahrt. Das feiern wir heute mit der gesamten Kirche.

Hinter dem Fest Mariä Empfängnis steht die Überzeugung, dass Maria frei von jeder Sünde ist, auch von der ererbten Sünde aller Menschen. Das unterscheidet sie von allen anderen Menschen und bringt ihre einzigartige Nähe zu Gott zum Ausdruck. Wir, also alle Menschen, sind von ihrem Schöpfergott berufen, vor ihm zu leben und so zu werden, wie er sie gedacht hat – und das in bestmöglicher Form, liebend die eigenen Fähigkeiten und Talente entfaltend. Gott und die Menschen achtend und ehrend.

(DR)