31.12.2019 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Der Heilige Silvester

Schwester Katharina erinnert am letzten Tag im Jahr an den Namensgeber: der Heilige Silvester, Papst im vierten Jahrhundert. Und erklärt, wie sie heute feiert.

Ich freue mich, dass wir auch an diesem letzten Tag des alten Jahres hier zusammen beten. Wussten Sie, dass Silvester ein Papst war? Und wussten Sie, dass er 314 Papst wurde und am 31.12.337 gestorben ist? Wie bei vielen Heiligen wird der Todestag als Gedenktag in der Kirche gefeiert, und so auch der Tag des Heiligen Silvester.

Dass wir diesen Tag aber so feiern, dass er weltweit diesem Tag seine Namen gegeben hat, ist schon erstaunlich und hat einen guten Grund. Bis in die Jahre vor seinem Pontifikat wurden die Christen teilweise grausam verfolgt und die römischen Kaiser haben versucht, sie zu liquidieren. Erst mit Kaiser Konstantin und dem Mailänder Toleranzedikt beginnt die Konstantinische Wende. Sie bedeutete den grundlegenden Friedensschluss zwischen dem Römischen Reich und dem Christentum. Unter Kaiser Konstantin wandelte sich also die Zeit der Christenverfolgung in die Anerkennung dieser Religion, und es beginnt die Zeit der freien Ausübung.

Für uns ist Silvester der letzte Tag des Jahres und der Übergang ins neue Jahr. In vielen Klöstern, so auch in unserem Konvent, wird die letzte Stunde des alten Jahres in der Kapelle im Gebet verbracht. Wir erinnern uns vor Gott an Stationen und Situationen im nun fast vergangenen Jahr, und bringen alles Schwere und alles Schöne vor Gott und bitten ihn zu Ende zu bringen, was wir nicht so hinbekommen haben. Und wir bitten um Gottes Segen und Geleit für das neue Jahr 2020.

Wenn es dann vom Kirchturm nebenan endlich läutet, stimmen wir mit großer Freude das "Te Deum", das "Großer Gott, wir loben dich" an. Und freuen uns dann auf die großen Feuerwerke ringsum, das Anstoßen mit Sekt und die vielen guten Wünsche fürs neue Jahr. Vielleicht finden Sie ja heute, zwischen den letzten Einkäufen und Vorbereitungen für die Silvesterparty, ein bisschen Zeit auf Ihr Jahr zurückzuschauen. Weil Ihr ganz persönliches Jahr das Jahr ist, dass Gott mit Ihnen gegangen ist.

Und ich und Sie können fest darauf vertrauen, dass Gott auch im neuen Jahr mit uns geht, durch alle Höhen und Tiefen, Rennstrecken und Slalomläufe, Abstürze und Comebacks, von denen wir heute noch nichts ahnen. Gott sei Dank.