Schwester Katharina Hartleib im Gebet
Sr. Katharina Hartleib beim Beten

08.10.2019 - 07:01

Morgenimpuls von Schwester Katharina "Die Kirche ist erbaut auf Jesus Christus allein"

Bei der derzeitigen Brisanz, die alles rund um das Thema Kirche hat, ist Schwester Katharina froh, über die Exerzitien, die gerade bei ihr im Haus stattfinden. Denn dabei werden viele Fragen gestellt - wichtige Fragen.

Zurzeit sind hier in Olpe im Mutterhaus Exerzitien für Ordensfrauen. Der Exerzitienmeister hat als Thema schon im Sommer des vergangenen Jahres angegeben: "Woher kommt die Kirche? Was ist die Kirche? Wohin geht die Kirche?" Und das Interessante ist, dass es keine Vorträge sind, sondern Überlegungen zu diesen Themen.

Bei der derzeitigen Brisanz, die alles rund um das Thema Kirche hat, ist es auch für mich sehr erhellend, noch einmal Grundlagen und ganz sachliche Katechese zu diesen Themen zu hören und angeregt zu werden. Darum geht es ja in Exerzitien: Angeregt werden, über Themen des Lebens und Glaubens neu und vertieft nachzudenken, und meine eigene Position zu vielen Fragen zu finden, alte Standorte neu zu ordnen und manchmal auch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das alles in einem sehr geistlichen Tagesablauf mit Gebetszeiten, durchgehendem Schweigen und eucharistischer Anbetung zu tun, ist schon auch ein Luxus, der für Ordensleute verpflichtend, aber auch lebensnotwendig ist.

Wie sollten wir es sonst schaffen, in dieser so gebeutelten Kirche mit all ihren Skandalen und selbst gemachten Problemen immer noch das Evangelium, die wirklich Frohe Botschaft von der Erlösung zu verkünden und überzeugend zu leben. Sich zu vergewissern, dass Jesus Christus die Kirche gegründet hat und sie durch den Heiligen Geist immer wieder vorangetrieben wird, hilft sehr, wenn wir schon mal die Orientierung verlieren und uns aan internen Hausordnungen eher reiben als an den Zumutungen des Evangeliums.

"Die Kirche ist erbaut auf Jesus Christus allein", ist eine Zeile aus einem sehr alten Lied. Aber gerade diese Zeile ist die Wichtigste, die wir über unserem Alltagstrouble nicht vergessen dürfen.

(DR)