Inspiriert durch die Initiative "Maria 2.0"
Plakat mit einem Portrait der Muttergottes und der Aufschrift "Maria 2.0"

23.02.2021 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Neuer Thesenanschlag - es muss etwas geschehen!

Am vergangenen Sonntag haben Frauen sieben Thesen an viele katholische Kirchentüren angeschlagen und weitreichende Reformen gefordert. Schwester Katharina erklärt, warum in unserer Kirche etwas geschehen muss.

Vor über 500 Jahren gab es schon mal einen Thesenanschlag an eine Kirche. Luthers Thesen, die eine umfassende Liste von Reformen vorgeschlagen hat, führte zu einem neuen Denken in der Kirche und zu Reformen, die allerdings auch zur Spaltung führten, die bis heute besteht. Am ersten Fastensonntag gab es wieder Thesenanschläge. Diesmal nicht nur an einer Kirche wie damals in Wittenberg, sondern an ganz vielen Kirchen im ganzen Bundesgebiet. Und wenn sich auch viele gläubige Mitmenschen am Namen der Gruppe "Maria 2.0" wirklich stören, weil sie in Sorge sind, dass damit der Name der Gottesmutter falsch genutzt wird, so sind doch noch viel mehr Menschen davon überzeugt, dass etwas geschehen muss in unserer Kirche. Und das ist, glaube ich, für die meisten Christen unbestritten. Ich gebe Ihnen die 7 Thesen heute früh einfach zum Bedenken mit in den Tag. Und wenn Sie sie hören, werden sie merken: Oh, da ist etwas dran.

Die erste These: In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. Die zweite These sagt: In unserer Kirche haben alle Teil am Sendungsauftrag, Macht wird geteilt. Die dritte These betont: In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft. Die vierte These betont: Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität und Partnerschaft. In der fünften These heißt es: In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Die sechste These sagt: Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens. Es gehört ihr nicht. Und die siebte These lautet: Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesamtgesellschaftlichen Diskurs. Wenn Sie mehr dazu lesen, bedenken und wie wir jetzt vor Gott tragen möchten, informieren Sie sich. Es lohnt sich.

(DR)