Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Heilige Katharina von Alexandrien - Gewalt gegen Frauen

Der Gedenktag der heiligen Katharina von Alexandrien und internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen - Schwester Katharina betont heute das noch immer bestehende Problem durch eine Aktion, bei der die "Gewalt an Frauen und Mädchen" dargestellt wird.

Symbolbild Gewalt an Frauen / © 271 EAK MOTO (shutterstock)
Symbolbild Gewalt an Frauen / © 271 EAK MOTO ( shutterstock )

"Irgendwie hab ich die Schnittverletzungen überlebt", sagt die junge Frau, als sie in der Frauenberatungsstelle zum ersten Mal über ihre Gewalterlebnisse in ihrer Ehe sprechen kann. In einer ungewöhnlichen Ausstellung informiert der Verein "Frauen helfen Frauen in Olpe" darüber, welche Formen der Gewalt Frauen in Deutschland erleiden müssen. Für die meisten Menschen, die ein friedvolles, wohltuendes Zuhause haben, ist es nur sehr schwer vorstellbar, was anderen Frauen und Mädchen zumeist im eigenen Zuhause so alles Erschreckendes passieren kann.

Am 25.11., also heute, ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Zu diesem Anlass haben sich 17 Geschäfte in der Innenstadt bereit erklärt, jeweils ein "Gewalt an Frauen und Mädchen" Thema in einem ihrer Schaufenster zu zeigen. Mithilfe von Schaufensterpuppen werden verschiedene Gewaltsituationen dargestellt, die so oder ähnlich geschildert worden sind und überall in Deutschland passieren. Die Schaufensterpuppen sollen die Frauen symbolisieren, die sich Hilfe geholt haben. Die Erzählungen sind in der Ich-Form auf Plakaten zu lesen.

Ich finde diese Idee hervorragend und teile sie deshalb gerne. Wenn wir aber bedenken, dass Gewalt gegen Frauen schon immer ein Menschheitsthema war und immer noch ist, ist das wirklich beschämend. Wenn man uralte Berichte über das Martyrium der heutigen Tagesheiligen, der heiligen Katharina von Alexandrien, liest, wird einem richtig übel. Aber dass es in vielen Lebensbereichen vielfältige Gewalt gegen Frauen gibt, ob in Staaten, Religionen und Kirchen, in Kulturen oder tatsächlich Zuhause, macht die Dimension nochmals deutlich. Heilige Märtyrerinnen verehren und zu ihnen beten, weil sie um ihres Glaubenswillen Gewalt ertragen, ist die eine Seite. Aber die logische andere Seite muss dann sein: Sich heute gegen jegliche Form von Gewalt an Frauen und Mädchen zu stellen und nicht wegschauen, nicht weghören und schon gar nicht wegschweigen.


Schwester Katharina / © Alexander Foxius (DR)
Schwester Katharina / © Alexander Foxius ( DR )
Quelle:
DR