Figur der Heiligen Teresa von Ávila
Figur der Heiligen Teresa von Ávila

15.10.2020 - 06:00

Morgenimpuls von Schwester Katharina Teresa von Ávila: Freundschaft mit Jesus als Berufung

Sie fand die Freundschaft zu Jesus und lebte mit Humor und Verstand ein ereignisreiches Leben. Viele Aussagen der Heiligen Teresa von Ávila, deren Gedenktag die Kirche heute feiert, seien auch nach 500 Jahren noch aktuell, findet Schwester Katharina. Und gibt ein paar Zitate mit in den Tag.

Teresa von Ávila, an die wir heute besonders denken, hat von 1515 bis 1582 gelebt und war eine spanische Karmelitin, Mystikerin, heilige Kirchenlehrerin und eine der ganz großen Frauen der europäischen Geschichte. Von ihrem Leben zu berichten, dazu wäre eine Vorlesung mit Seminaren zu kurz.

Nach verwirrenden Anfangsjahren im Kloster, gelang es ihr nach vielen Jahren, ihre wirklich eigene Berufung zu finden: die Freundschaft mit Jesus. 22 neue Klöster hat sie gegründet und das geistliche Leben in den Klöstern und in der Kirche reformiert. Ein paar unglaublich tief, aber auch scharfsinnige Aussprüche mag ich Ihnen heute zum Gedenken in den Tag mitgeben.

Sie sagt: "Ich bin ein Weib und noch dazu ein schlechtes". Und sie betont damit, dass Selbsterkenntnis immer der erste Weg zu Gott ist. Sie beklagt sich einmal im Gebet über all die vielen unglaublichen Widerwärtigkeiten, unter denen sie zu leiden hat. "So behandele ich meine Freunde", antwortet ihr der Herr. Theresa entgegnet "Darum hast du auch nur so wenige". Sie ist also jemand, die unendlich viel Humor hat und Jesus ernst nimmt.

"Vor törichter Andacht und sauertöpfischen Heiligen bewahre uns, o Herr!" Hier ist schon klar, dass zur Frömmigkeit auch viel Verstand und Vernunft und zur Heiligkeit auch viel Lebensfreude gehört. "Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurück stößt, nur weil es sich um Frauen handelt." Dieser Ausspruch von ihr ist fast 500 Jahre alt und könnte aus dem Heute stammen. Leider.

Und dann noch das Wort, das viele von ihr kennen: "Nichts soll dich beunruhigen, nichts ängstigen. Wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt. Wenn ich mein ganzes Vertrauen und meinen ganzen Glauben auf Gott setze, kann immer noch so viel im Leben passieren. Aber ich weiß, dass ich immer in Gottes Hand falle."

(DR)