18.09.2012 - 11:51

Nach St. Petersburg gehen, um behinderten Kindern mehr Würde zu geben Manuela Stockhausen

Nach so vielen Jahren sah Aljoscha seine Mutter wieder - und seine Mutter traf Aljoscha, ihren kleinen, schwerbehinderten Sohn, den alle schon an den Tod verloren glaubten. Spätestens als Manuela Stockhausen dieser Szene beiwohnte, wusste sie: Sie hatte alles richtig gemacht hatte, als sie ihren Job kündigte, um nach St. Petersburg zu gehen. Infiziert hatte sich die Erzieherin mit der Idee, als sie den Jakobsweg ging. Sie war die zu riesigen Berge werdenden Sorgen der Eltern ihrer wohlbehüteten Kinder in ihrem Kindergarten leid. Ja, das eine Kind krabbelt noch nicht so früh, wie die anderen, ja, man kann darüber nachdenken, ob die Kinder im Kindergarten noch eine musikalische, eine sportliche und eine englische Frühförderung brauchen. Aber kann sich die Welt ernsthaft nur darum drehen, wie privilegierte Kinder noch besser heranwachsen?

Als Manuela Stockhausen den Jakobsweg wieder verließ, war ihr klar: Ich will mit den Kindern arbeiten, die auf der Straße leben, die nicht wissen, was sie essen sollen und die niemals nicht in den Genuss von irgendeiner Frühförderung kommen werden. Das Heim für behinderte Kinder in St. Petersburg war die Antwort auf die Frage, die den Jakobsweg mitgelaufen war. Was Manuela Stockhausen außer, dass sie Aljoscha traf, noch dort erlebt hat - erzählt sie in der Sendung Menschen.