03.12.2008 - 16:32

Dominikanerpater Wolfgang Sieffert ist Gefängnisseelsorger, Leiter der Armenküche und Ringer Ein Pater auf der Matte

Warum er Ringer wurde? "Handball war mir zu brutal", entgegnet Dominikanerpater Wolfgang Sieffert gut gelaunt. Regelmäßig geht der Ordensbruder und Priester als Ringer auf die Matte. Der Sport kommt seiner inneren Einstellung als kämpferischer Seelsorger nahe. "Ich will nicht aufgeben, ohne für eine Sache gekämpft zu haben", betont Pater Wolfgang.

Als Gefängnisseelsorger in Düsseldorf zum Beispiel: "Um die kleinen Freiräume der Inhaftierten muss ich ständig kämpfen. Aber auch darum, dass sie ihr Leben meistern". Bei Wettkämpfen für seinen Verein TuS Gerresheim zählen gute Taktiken. Die braucht er auch, um seine Ideen zu verwirklichen, beispielsweise eine Armenküche in der Düsseldorfer Altstadt, eine Wärmestube und medizinische Versorgung für Obdachlose. Der Gegner war in diesem Fall die Stadtverwaltung, die Obdachlose und Arme am liebsten aus der Innenstadt verbannt hätte. Die Dominikaner hat Wolfgang Sieffert über die Pfadfinder kennen gelernt. Eigentlich hatte er Forscher werden wollen. Aber die Idee vom Leben in Gemeinschaft und die Grundsätze des Ordens begeisterten den Pharmazie-Studenten. Heute ist Pater Wolfgang froh, dass er macht, was er macht: „Ich will ganz direkt mit Menschen arbeiten." Das wöchentliche Training auf der Matte ist sein Ausgleich zum Alltag. Und es erinnert ihn immer wieder daran, wie wichtig es für ihn ist, auch regelmäßig mit Gott zu ringen.