Kreuzigung Christi
Kreuzigung Christi
Msgr. Gerhard Dane
Msgr. Gerhard Dane

29.03.2013 - 06:00

Fastenimpuls mit Pfarrer Gerhard Dane Karfreitag, 29. März 2013

In den gut sechs Wochen der Fastenzeit betet Pfarrer Msgr. Gerhard Dane mit Ihnen an jedem Morgen um 6 Uhr die tägliche Laudes. Die Fastenimpulse können auch hier online gelesen und angehört werden.

 

Heiliges Evangelium nach Johannes 19, 16-30

Sie übernahmen Jesus. Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf Hebräisch Golgota heißt. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere, auf jeder Seite einen, in der Mitte Jesus. Pilatus ließ auch ein Schild anfertigen und oben am Kreuz befestigen, die Inschrift lautete: Jesus von Nazaret, der König der Juden. Dieses Schild lasen viele Juden, weil der Platz, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe bei der Stadt lag. Die Inschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Die Hohenpriester der Juden sagten zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern dass er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen. Sie verteilten seine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies führten die Soldaten aus. Bei dem Kreuz Jesus standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klophas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet. Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund. Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.

Auslegung von Pfarrer Gerhard Dane:

Liebe Hörerinnen, liebe Hörer,

in der Liturgie des Karfreitags gibt es einige Augenblicke in denen nicht gesprochen und doch gerade dadurch viel gesagt wird. Gleich am Anfang, kein Eingangslied, keine Begrüßungsworte. Der Priester und seine Assistenz werfen sich vor dem Altar auf den Boden, schweigend. Eine uralte Geste völliger Hingabe. Auf uns heute wirkt sie etwas anders, es haut uns um, so sagen wir ja auch. Es gibt Augenblicke, Nachrichten, Gewissheiten die uns zu Boden werfen. Da gibt es nichts mehr zu sagen, nach einem plötzlichen oder grausamen Sterben, nach einer vernichtenden Anklage, einem vernichtenden Urteil. Da bin ich wirklich nichts und das auszuhalten ist menschlich. Der andere Augenblick vollständigen Schweigens ist der nachdem in der Leidensgeschichte der Tod Jesu verkündet wurde. Alle knien schweigend nieder steht mit roten Buchstaben im Messbuch. In unserer redseligen Zeit ein großartiger Augenblick. Was sollen wir dazu sagen? Er stirbt für uns und in dem er dieses 'für Euch' am Abend vorher als Deutewort gebraucht, wandelt er schon den Tod der uns zu vernichten schien. Wenn dieses von aussen gesehene Ende eine Tat der Liebe ist dann ist das Ende Vollendung, dann ist der Tod ein Tor. Die Liebe ist stärker als der Tod, das ist heute die Gewissheit die uns vom Boden wieder aufstehen lässt, aufstehen zueinander hin. Mich bewegt immer wieder, dass der sterbende Jesus nicht um Mitleid bittet oder Mitleid auf sich zieht sondern die, die bei ihm dem Sterbenden stehen, aufeinander verweist - siehe, deine Mutter, er ist jetzt dein Sohn. Wie oft erlebe ich als Seelsorger in der Gemeinde, dass sterben auch verbinden kann, nämlich die die übrig bleiben. Die über die Lücke hinweg die der Tote riss, sich die Hand reichen und neu zueinander finden, füreinander da sind im Geiste dessen der starb. Er gab den Geist auf, er gab den Geist hin, damit ist bestimmt von Johannes nicht nur der letzte Atemzug gemeint sondern der Geist, der Atem, den er am Pfingsttag, der angeblich Tote, seinen Freunden zuhaucht. Empfangt heiligen Atem dann könnt ihr in meinem Geist leben, todsicher.