27.03.2013 - 06:00

Fastenimpuls mit Pfarrer Gerhard Dane Mittwoch, 27. März 2013

In den gut sechs Wochen der Fastenzeit betet Pfarrer Msgr. Gerhard Dane mit Ihnen an jedem Morgen um 6 Uhr die tägliche Laudes. Die Fastenimpulse können auch hier online gelesen und angehört werden.

 

Heiliges Evangelium nach Johannes 13, 21-33.36-38

In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten. Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wußten, wen er meinte. Einr von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche. Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald! Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte: Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht. Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen. Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben. Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

Auslegung von Pfarrer Gerhard Dane:

Liebe Schwestern, liebe Brüder, sag ich jetzt mal, liebe Hörerinnen, liebe Hörer, wir müssten uns wirklich daneben setzen. Im Geist daneben setzen, neben die Jünger die das Fest vorbereiten und von Jesus einzelne Anweisungen erbitten, wo und wie er es haben möchte. Die nicht nach eigenem Gutdünken sagen 'so wird das gemacht', sondern sich wirklich mit dem Meister besprechen, der schon offensichtlich einen Plan hat, das Lokal schon gebucht hat. Höchstwahrscheinlich das Obergemach auf dem neuen Zionsberg, das später auch der Ort des Pfingstereignisses wurde. Der Mann weiß wohl schon Bescheid denn die Jünger müssen nur noch sagen "jetzt ist es so weit". Die andere Möglichkeit der Vorbereitung ist die Negative, das Fest als Gelegenheit ihn auszuliefern aus welchen Motiven auch immer. Wir dachten ja gestern schon darüber nach ob Jesus wirklich in seinem engsten Freundeskreis einen regelrechten Bösewicht und Verbrecher hatte, wie der Judas von den Evangelisten, vor allen Dingen von dem letzt schreibenden Johannes gezeichnet oder auch verzeichnet wird. Für mich liegt näher zu denken das Judas einer von uns ist. Einer von den Machern die Jesus benutzen um ihre Pläne durchzusetzen, wie wir es manchmal tun. Die garnicht mehr fragen was er vor hat, welchen Weg er gehen will, wie er sich seine und unsere Zukunft denkt sondern die das besser wissen und ihn verplanen. Vielleicht war tatsächlich die Auslieferung in Jezemani nicht die Folge einer billigen Geldsucht. Für 30 Silberlinge setzt man doch nicht seine ganze Existenz und alle Zukunftshoffnungen aufs Spiel, das war doch ein Taschengeld für dieses Projekt. Ich glaub das alles nicht. Ich glaube das Judas Jesus verplante, das Geld halt einsteckte, aber das wichtigste war... Jesus jetzt mach doch mal endlich, jetzt tu doch mal endlich und zwar das was wir wollen, was wir erhoffen, was wir uns vorstellen. Papst Benedikt der XVI. ist da sehr aufmerksam gewesen und hat genau hingeschaut. Er befürchtete das die Kirche, zum Teil jedenfalls, in die Hände der Planer gelangt ist, in die Hände der Macher. Die besser als Jesus zu wissen scheinen was heute ankommt, was heute dran ist, was die Welt heute braucht. Die Kirche kann nie kundengerecht werden, nie marktorientiert, sie verrät sich selbst. Die Kirche muss Jesusorientiert bleiben oder wieder werden. Gottgerecht nicht marktgerecht sonst stehen wir gleich neben Judas, Arm in Arm.