17.03.2013 - 06:00

Fastenimpuls mit Pfarrer Gerhard Dane Sonntag, 17. März 2013

In den gut sechs Wochen der Fastenzeit betet Pfarrer Msgr. Gerhard Dane mit Ihnen an jedem Morgen um 6 Uhr die tägliche Laudes. Die Fastenimpulse können auch hier online gelesen und angehört werden.

 

Heiliges Evangelium nach Johannes 8, 1-11

In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem andern fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!

Auslegung von Pfarrer Gerhard Dane:

Herzbewegend diese Szene und sofort fallen sicher Ihnen und mir die Tempelplätze unserer Zeit ein. Welche Entrüstung wurde schon in den ersten Wochen dieses Jahres wieder aufgeschäumt. Wieviel, mit Fingern auf andere Leute und ihre wirklichen oder angeblichen Verbrechen gezeigt? Die Sünden der andern, die Großen, die Kleinen und die Sogenannten, die werden aufgespießt und hochgekocht. Natürlich, Ehebruch, Mord, Sexueller Mißbrauch von Kindern, das sind Verbrechen. Furchtbar, ein einzelner Fall auch nur, aus Sicht der Opfer aber auch aus Sicht der Zuschauer. Wo kommen wir hin, wie geht das weiter? Es gibt berechtigte Entrüstung und es gibt Schau-Entrüstung die nur ablenken will von den eigenen Fehlern oder auch  nur auf Sensationen aus ist auf Kosten anderer Leute. Wie geht Jesus mit dem offenkundigen Ehebruch um? Er verharmlost ihn nicht wie man bei oberflächlichem Zuhören meinen könnte. Sündige fortan nicht mehr, sagt er klipp und klar. Es ist und bleibt eine Sünde aber ich verurteile dich nicht. Es tut gut diese Unterscheidung heute wieder einmal aus seinem Mund zu hören. Verbrechen bleibt Verbrechen, Abtreibung bleibt Tötung eines Menschen der im Entstehen ist. Ehebruch bleibt Sünde, Absonderung von Gott und seiner treuen Liebe zu uns, nicht nur vom Mitmenschen. Das alles ist zum Verurteilen. Fünf ist keine gerade Zahl aber der einzelne Mensch soll leben. Er soll das was er verbrochen hat hinter sich lassen, er soll das was er falsch gemacht hat, das nicht mehr zu berichtigen ist nicht in Ewigkeit büßen. Gott schenkt einen Neuanfang. Jesus ist selbst auferstanden und möchte das wir auferstehen aus dem Tod auch unserer Sünden.