13.03.2013 - 06:00

Fastenimpuls mit Pfarrer Gerhard Dane Mittwoch, 13. März 2013

In den gut sechs Wochen der Fastenzeit betet Pfarrer Msgr. Gerhard Dane mit Ihnen an jedem Morgen um 6 Uhr die tägliche Laudes. Die Fastenimpulse können auch hier online gelesen und angehört werden.

 

Heiliges Evangelium nach Johannes 5, 17-30

In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte. Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wenn er will. Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herausbekommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht. Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.

Auslegung von Pfarrer Gerhard Dane:

Liebe Hörerinnen, lieber Hörer,

in diesen Tagen hören wir Abschnitt für Abschnitt aus dem 5. Kapitel des Johannesevangeliums. Man merkt ohne Bibelwissenschaft studiert zu haben sofort am Sprechstil, dass ist nicht O-Ton Jesu wie wir ihn aus Matthäuse, Markus und Lukas kennen. Der vierte Evangelist ist ein großartiger Theologe am Ende des 1. Jahrhunderts, der etwa ein halbes Jahrhundert nach der Kreuzigung, vermutlich in Antiochien am Orontes im heutigen Syrien, darüber reflektiert warum Jesus bei seinem Volk nicht angenommen wurde. Man muss in diesen Evangelien immer im Hinterkopf haben wie schmerzhaft die Trennung des jungen Christentums von der Mutterreligion der Juden wurde. Das ist wie bei Müttern und Töchtern bei uns auch. Das Auseinanderkommen ist schmerzhaft wenn man so innerlich zusammenhängt und deshalb dürfen uns einige judenkritische Töne auch nicht wundern weil sie aus jener Zeit verständlich sind. Aus dem langen Evangelium dieses Tages möchte ich für uns den einen Satz herausgreifen der lautet: wer glaubt, hat das ewige Leben. Wohlgemerkt, hier wird nicht gesagt er wird es haben, sozusagen als Prämie, ausgezahlt kriegen am Schluss, als Dividende für seine Einzahlungen. Wer glaubt hat schon das ewige Leben, das ewige Leben hat der, der sich glaubend Gott anvertraut, dem Vater Jesu in die Arme gibt, in die Hände legt. Wer vertraut, dass er im Tod nicht verkommt sondern zu ihm kommt, der lebt jetzt schon anders. Diese Verbindung kann der Tod nur umgestalten, nicht zerstören. Leben, dass ist nicht in der Sicht des Johannesevangeliums wie bei uns, nur das Funktionieren des Körpers. Leben ist vor allem Zusammenleben, Zusammenleben mit ihm, von dem alles Leben quillt und quellen wird. Wer glaubt, hat das ewige Leben. Mit dieser beglückenden Gewissheit dürfen wir in den heutigen Tag gehen.