15.02.2013 - 06:00

Fastenimpuls mit Pfarrer Gerhard Dane Freitag, 15. Februar 2013

In den gut sechs Wochen der Fastenzeit betet Pfarrer Msgr. Gerhard Dane mit Ihnen an jedem Morgen um 6 Uhr die tägliche Laudes. Die Fastenimpulse können auch hier online gelesen und angehört werden.

 

Heiliges Evangelium nach Matthäus 9,14-15

In jener Zeit kamen die Jünger Johannes' des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

Auslegung von Pfarrer Gerhard Dane:

Liebe Hörerinnen, liebe Hörer,

das kurze Evangelium dieses Tages zeigt uns Jesus als einen, der das Fasten so wichtig und zentral nun auch wieder nicht findet. Zum Hintergrund: In der zeitgenössischen Gesellschaft musste man nur am Versöhnungstag fasten, im Herbst. Aber die Frommen, zum Beispiel die Pharisäer, denen Jesus ja eigentlich ziemlich nahe stand, fasteten außerdem Montags und Donnerstags. Wohlgemerkt, Fasten hieß nicht ein bisschen weniger essen, sondern von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und nichts trinken, so wie es die Moslems im Ramadan bis heute weltweit halten. Das lehnt Jesus rundweg ab. Wer mit ihm zusammen ist, ist auf einer Hochzeit. Auf einer Hochzeit fasten? Das wär ja wohl das Letzte. Der Bräutigam, er ist bei uns und wir singen mit recht in unseren Kirchen oft - unser Leben sei ein Fest, Jesu Geist in unserer Mitte.

Trotzdem kann auch Fasten einen Sinn haben, dass schließt Jesus nicht aus. Einmal als ein Zeichen der Trauer über die Trennung, als Zeichen das die Hochzeit zwar mit ihm angefangen aber noch nicht auf den Höhepunkt gekommen ist. Es gibt Tage da ist uns überhaupt nicht festlich zu Mute, da essen wir schon von selber weniger als sonst. Es ist vernünftig manchmal sich einzuschränken auch damit es uns gut geht. Wissen Sie was ich immer zum Fasten sage, ich weiß nicht ob das so ganz der Clou ist aber  mir hilft dieser Satz: ich esse jetzt weniger um es mehr zu genießen. Wir neigen ja alle dazu alles möglich in uns rein zu stopfen, und noch was, und dies da und das lacht mich an. Bewusst auf manches verzichten, aber diesen Apfel jetzt langsam, feierlich, fast andächtig zu speisen. Ein Stück trockenes Brot kann ein Festessen werden wenn ich es bewusst zu mir nehme, nachdem ich richtig Hunger habe, das haben wir alle schon erlebt und es muss nicht immer Wein, Schnaps oder Kaffee sein, ein schönes klares Glas Wasser, wunderbar, danke.