23.02.2013 - 09:50

Kapuzinerkresse Arzneipflanze 2013 Abwehrkraft

Was uns in diesen winterkalten Tagen und Wochen fehlt, das ist vor allem eins: Abwehrkraft. Jeder hat da seine Mittelchen, um sich gegen Erkältung oder gar Grippe zu wehren. Und da kommt eine Pflanze ins Spiel, die passend zur Grippewelle zur „Arzneipflanze 2013“ gewählt wurde: die Kapuzinerkresse.

 

Krass ist sie tatsächlich, die Kapuzinerkresse. Der althochdeutsche Name cresso bedeutet so viel wie scharf. Und wer die Kresse schon mal im Mund hatte, kann das bestätigen. Und ja, tatsächlich, diese bunten Rankgewächse, die am schönsten blühen, wenn sie nicht gepflegt und gedüngt werden, sind essbar.

Rote Blume von Peru

Die Kapuzinerkresse mit dem botanischen Namen „Tropaeolum majus“ stammt ursprünglich aus Südamerika. „Rote Blume von Peru“ nannte man sie. Andere Namen sind  Kapernblume oder Salatblume. Mönche vermehrten sie zuerst in ihren Klostergärten. Der scharfe Geschmack  rührt von den ätherischen Senfölen her, wie sie auch in Meerrettich oder Radieschen enthalten sind.

Und dies ist der Grund, warum die Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze 2013 wurde. Die Senföle sollen eine hemmende Wirkung auf Viren und Bakterien haben. Weil Kresse auch noch reich an Vitamin C ist, hilft sie bei Erkältung und Husten. Allerdings nicht als Tee, sondern als Gewürz oder Verzierung im Salat, oder im Kräuterquark oder auf dem Frühstücksbrot. Und überhaupt.

Gleichwertig gegenüber Standard-Therapien

Laut dem „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg sind Studien in den letzten Jahren zu dem Ergebnis gekommen, dass das Kraut der Kapuzinerkresse zusammen mit Meerrettichwurzel bei Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis und akuter Blasenentzündung wirksam und gut verträglich ist. Das eingesetzte Präparat erwies sich als gleichwertig gegenüber einer Standard-Therapie mit Antibiotika.Daneben bestehe längerfristig die Hoffnung, dass die Senföle den in Deutschland immer noch ansteigenden Gebrauch von Antibiotika senken können.

Winter-Alternative: Meerrettich

Kapuzinerkresse ist anspruchslos, wächst in jeder Erde, in guter Gartenerde geizt sie sogar mit Blüten. Auch in Balkonkästen rekelt sie sich gern. Meist säte man sie in den vergangenen Jahrzehnten zur Läuseabwehr in den Garten, aber sie ist eben auch ein leckeres Würzkraut, schmackhaft und gesund. Einziger Haken an der Sache: Kapuzinerkresse mag Frost überhaupt nicht. Schon bei dessen Ankündigung macht sie schlapp. Höchstens im frostsicheren Gewächshaus wächst sie munter weiter. Also ist die Kapuzinerkresse eher ein Tipp für die nächste Grippewelle bzw. Sommergrippe. Oder aber man greift jetzt alternativ zu Radieschen, Rettich oder Meerrettich. Vor allem Meerrettich enthält ähnlich wertvolle Senföle wie Kapuzinerkresse und hat mit Frost gar kein Problem: der mehrjährige Meerrettich ist absolut winterhart.