19.03.2016 - 09:50

Der Buchs Gelassen und nahezu unsterblich

An diesem Samstag vor dem Palmsonntag soll hier im Landfunk natürlich die Bibel zitiert werden. Bei Jesaja steht: "Die Herrlichkeit des Libanon soll zu dir kommen, Zypressen, Buchsbaum und Kiefern miteinander, zu schmücken den Ort meines Heiligtums."

Vor allem der letztere, der Buchsbaum, hat es geschafft, Teil der wichtigsten aller Wochen zu sein, der heiligen Woche von Palmsonntag bis Ostern. Zu Beginn dieser Woche werden die Zweige des Buchsbaumes gesegnet. Sie stehen für die Palmzweige, mit denen die Menschen Jesus zujubelten.

"Allmächtiger, ewiger Gott, segne diese grünen Zweige, die Zeichen des Lebens und des Sieges, mit denen wir Christus, unserem König, huldigen." heißt es in dem Segensgebet. Dass der Buchs dabei nur als Ersatz für die Palmzweige genommen wird, ist ein Irrtum. Die Verehrung reicht immerhin zurück in das Alte Testament.

Symbol des ewigen Lebens

Die Griechen heiligten mit dem Buchs Hades, den Gott der Unterwelt, aber auch Kybele, die Muttergöttin. Im Christentum steht der Buchs für die Mutter Maria, und eben auch für Christus, als Symbol des ewigen Lebens.
Palmsonntag wird er dann geweiht, schmückt fortan Kreuze und Herrgottswinkel, bis er dann im Osterfeuer des kommenden Jahres zur Asche wird. Und voll von all dieser Symbolik ist der Buchs ein ewiger Begleiter auch im Garten, langsam wächst er, voller Gelassenheit.

Im März den Buchs pflegen

Im März ist die Zeit, sich um den winterharten Buchsbaum zu kümmern. Besonders wenn man ihn ins alte Holz zurückschneiden will, dann kann er im Mai kräftig austreiben. Beim späteren Schnitt im Sommer soll man vorsichtiger sein, damit der Buchs nicht unansehnlich wird. Allerdings verträgt der Buchs jedes Zurechtstutzen von der niedrigen Beet-Einfassung bis hin zur großen, prägenden Geometrie im Garten. Und überhaupt ist er pflegeleicht und kommt auch mit trockenen Böden und schattigen Plätzen zurecht. Lässt man den Buchs wild wachsen, freut es umso mehr die Insekten, denn seine Blüten haben reichlich Nektar.

Der Teufel läuft vor dem Buchs davon

In den Gärten des  Barock und der Renaissance trumpfte der Buchs so richtig auf, angefangen im Park von Versailles bis hin zum Bauerngarten. Und natürlich schützt er auch Haus und Bewohner. Dem Volksglauben nach läuft der Teufel vor dem Buchs davon, und die Hexen verwirrt er so dermaßen, dass sie statt zu hexen anfangen die Blätter des Buchs zu zählen. Kränze werden aus dem Buchs gebunden und aus dem feinen Holz werden Flöten geschnitzt, wie es einst schon die römische Göttin Minerva tat.

Der Buchs ist also ein rundum guter und kostbarer Gesell. Das einzige was man vermeiden sollte ist, den Buchs als  Strauß zu verschenken, denn in der Blumensprache heißt das: "Du bist entsetzlich spröde". Da leistet er als Zweig zum Palmsonntag weit bessere Dienste. (St.Q.)

Bedrohung durch den Buchsbaumzünsler

Immer stärker ist der Buchs durch einen Falter bzw. dessen Raupe bedroht, den Buchsbaumzünsler. Hartnäckig breitet er sich immer stärker aus. Wer seinen Buchs schützen will, muss sich ständig kümmern. Information dazu gibt es hier im domradio.de-Landfunk.