26.01.2008 - 13:53

Nachrichtenarchiv 26.01.2008 13:53 Der Menschenfeind

Alceste hasst und verachtet die Welt, in der er lebt: Überall sieht er Lüge, Selbstsucht und Verstellung. Einen Menschen gibt es allerdings, den Alceste liebt, die schöne Célimène, obwohl ihn ihr Kokettieren mit anderen Männern in tiefe Verzweiflung treibt. Es ist eine lächerliche Welt, die Molière zeichnet, Schein bedeutet mehr als Sein, angebliche Freunde fallen sich in den Rücken. Auch Alceste ist lächerlich in der Maßlosigkeit und Inkonsequenz seiner Ansprüche.

"Wir sind komisch! Wir können uns verletzen, verraten, massakrieren, uns mit scheinbarer Größe aufblasen: wir sind komisch. Mögen die langweiligen Philosophen der Verzweiflung, die ein wenig naiv immer wieder das Schreckliche der menschlichen Existenz entdecken und uns daran hindern möchten, uns im Theater zu amüsieren, sich in das Unabänderliche fügen: wir sind komisch! Und das ist letzten Endes noch schrecklicher als die grauenvollen Schilderungen unseres Nichts.