03.03.2015 - 16:13

Das Theaterstück "Das Ende des Regens" Familiensaga über 80 Jahre

Ein Fisch landet in der Wüste, damit beginnt die Reise durch eine lange Familiengeschichte. Sie dreht sich um Liebe, Verzweiflung und Stille.

Ob heute, gestern oder vor langer Zeit: In Anthony Bovells Theaterstück "Das Ende des Regens", im Original "When the rain stops falling", ist das alles eins, jede Zeit findet im selben Raum und in der selben Dekoration statt – manchmal auch direkt nebeneinander. So spannt sich das Stück über 80 Jahre, von den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis in das Jahr 2039.

Die Handlung ist dabei komplex: Der junge Brite Gabriel sucht nach seiner Vergangenheit, von der er nicht viel weiß. So weiß er noch nicht einmal, wer sein eigener Vater ist. Seine Mutter ist ihm aber keine große Hilfe, sie betont stets, dass sein Vater wohl ein trauriger Mensch gewesen sei und sich nur für sich selbst interessiert habe.

Eine Reise durch die Vergangenheit

Doch das reicht Gabriel nicht, er macht sich auf die Suche. Dabei entfesselt er einen Reigen unterschiedlicher Familiengeschichten, die alle durch die einzelnen Personen miteinander verbunden sind. Auf seiner Reise trifft er auch Gabrielle, die er schnell kennen und lieben lernt. Doch auch ihre Geschichte ist mit seiner verknüpft – auf erschütternde Art und Weise.

"Das Ende des Regens" spielt zwar in den unterschiedlichsten Zeiten, die Welt im Stück sieht aber immer gleich aus. Der meiste Teil der Geschichte spielt in einem großen rechteckigen Glaskasten, in den die Zuschauer wie durch ein Schaufenster hineinsehen. In dem Glaskasten ist ein spartanisches Wohnzimmer mit einer langen Bank, bis zu sieben Schauspieler sitzen darauf.

Nah an die Figuren

Regisseur Michael Lippold inszeniert das Stück zurückhaltend und verzichtet auf wagemutige Bilder, er verlässt sich ganz auf dem Text. Diese Rechnung geht auf: "Das Ende des Regens" weiß die Spannung zu halten und den Zuschauer ganz nah an die Gefühle der Figuren zu führen. Am Ende steht ein großer Appell: Redet nicht nur, sondern sprecht auch miteinander.