Blick in den Himmel
Blick in den Himmel

14.07.2019 - 09:40

Kirche2Go: Himmel Endlich glücklich "Ich"

Glückseligkeit, ewiges Leben, das Paradies – Vorstellungen, die man mit dem Himmel verbindet. Für den Duden ist es dagegen einfach nur das Gewölbe über dem Horizont. Was meint die Kirche, wenn sie vom Himmel spricht?

Wenn im christlichen Kontext vom Himmel die Rede ist, geht es nicht um die Wolken oder einfach nur geographisch gesehen oben, sondern um "eine Wirklichkeit, die über unsere Köpfe geht", sagt Pfarrer Gerhard Dane. "Eine Wirklichkeit, die größer und höher ist als unser Verstand: Die Wirklichkeit Gottes."

Der Himmel ist da, wo Gott ist

Der Himmel ist da, wo Gott ist. Und das bedeutet, dass Himmel als Symbol zu verstehen ist für die Anwesenheit Gottes. Dann muss der Himmel nicht weit weg sein, sondern kann auch mitten in der Welt erfahrbar werden: Der Himmel auf Erden. "Wir wollen damit sagen, es geht über unsere normale Erfahrung heraus", sagt Pfarrer Dane und meint, man sollte im Alltag auf himmlische Augenblicke gespannt sein: "Wenn du das Gefühl hast: 'Jetzt stimmt alles. Ach bliebe es doch so, wie es jetzt ist', dann hast du diesen Vorgeschmack auf die Vollendung hin."

Und Vollendung ist ein weiteres wichtiges Wort im Hinblick auf die Frage, was den Himmel ausmacht. Christen glauben an eine Zukunft mit Gott, über den irdischen Tod hinaus. Einmal wird der Mensch vereint sein mit dem, der ihn aus Liebe ins Leben rief. Und Liebe hört niemals auf. Das ist dann die Vollendung, weil Gemeinschaft mit Gott aus christlicher Sicht bedeutet, endlich die geglückte Identität zu finden – das heißt: endgültig so zu sein und zu bleiben, wie Gott ihn gedacht hat.

"Und damit sind wir theologisch im Kern: Das liebevolle Zusammensein mit Gott, das Jesus uns eröffnet hat. Weil Gott in Jesus so auf uns zugekommen ist, können wir jetzt auf Gott zukommen. Jetzt schon ahnend, einmal endgültig und todsicher."

Jesus sprach vom Himmel als Zuhause

Wenn Jesus Christus vom Himmel gesprochen hat, dann immer in Verbindung mit dem "Heimgehen zum Vater". Heißt das denn nun, dass allen Menschen der Himmel offen steht?

"Gott will mit uns sein und genügt sich nicht selber. Gott ist die Liebe und die Liebe will immer überfließen und einbeziehen. Aber eben nicht zwingen. Und deswegen die gefährliche Freiheit: Ich kann den Himmel vertun. Ich kann sagen: Du interessierst mich überhaupt nicht, mit dir nicht. Dann kann ich mir den Himmel verderben, mir verscherzen."

Man kann sich den Himmel verscherzen

Und das ist dann nicht die Folge von moralischen Verfehlungen etwa, die man sich im Leben geleistet hat. Wenn der Mensch Gott eine bewusste Absage erteilt hat – wenn er seinen Schöpfer aus innerster Überzeugung heraus ablehnt – dann kann er den Himmel verlieren und nicht weil er fortan gesündigt hätte. Denn in der Begegnung mit dem Vater im Himmel geht es immer auch um Versöhnung. Um Reinigung. Das Gleichnis vom Verlorenen Sohn ist das vielleicht schönste Bild dazu. In den Armen des liebenden Vaters hat alles Gescheiterte Platz, dort kann der Mensch seine Wunden annehmen und umfassende Versöhnung wird möglich – auch mit dem Mitmenschen.

"Und wenn man sich den Himmel vorstellen darf als den Ort, wo wir uns plötzlich so sehen, wie wir wirklich sind, und schmerzlich erkennen, was für Vorurteile wir voneinander aufgebaut hatten. Das ist eine wunderschöne Vorstellung, dass Himmel heißt: Wir sinken uns in die Arme und weinen vor Freude und können nicht begreifen, warum wir uns das Leben durch Streit und Krach versaut haben."

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