Christi Himmelfahrt
Christi Himmelfahrt

30.05.2019 - 09:40

Kirche2Go: Christi Himmelfahrt Alles kommt ans Ziel

Wie eine unscheinbare Randnotiz taucht Christi Himmelfahrt in der Bibel auf. Der 40. Tag nach Ostern feiert immer noch die Auferstehung Jesu, jedoch aus einem anderen Blickwinkel: Wo ist dieser Jesus jetzt?

In der Apostelgeschichte heißt es: Der Auferstandene wurde in Jerusalem vor den Jüngern emporgehoben und eine Wolke entzog in ihren Blicken. Dies soll 40 Tage nach Ostern passiert sein und ist darum der Grund, warum sechs Wochen nach Ostern das Fest Christi Himmelfahrt im Kalender steht. Pfarrer Gerhard Dane meint, dass an diesem Tag nichts Neues passiert sei in Jerusalem, sondern das Osterfest weitergefeiert würde aus einem anderen Blickwinkel und der Frage: „Wohin ist Jesus gestorben? Wo ist er jetzt lebendig?“

Man könnte auch sagen: Bei Christi Himmelfahrt geht es weniger um ein historisch fassbares Ereignis. Es geht vielmehr um die Feststellung, dass Jesus zwar nicht mehr sichtbar unter den Menschen weilt, aber doch an einem anderen Ort weiter lebt, nämlich im Himmel. Der Begriff Himmel ist für Pfarrer Dane dabei "ein uraltes Codewort für die alles umgreifende und alles überragende Nähe Gottes. Jesus, unser Bruder, ist todsicher bei Gott, bei seinem Vater und unserem Vater." Wenn man an diesem Feiertag nicht angetrunkene Männerhorden vor Augen hätte, könnte man darum sogar in einem tiefen Sinn vom Vatertag sprechen.

In tiefem Sinne doch auch ein "Vatertag"

Während bei Ostern der Blick darauf gelegt wird, dass Jesus den Tod besiegt hat und damit das ewige Leben für die Menschen eröffnet hat, geht es bei Christi Himmelfahrt also um die Konkretisierung dessen, wie dieses Leben nach dem Tod aussieht: Es ist das Leben in der Gemeinschaft mit Gott, dem Vater.

Für den Menschen bedeute dies eine ganz neue Zukunftsperspektive, meint Pfarrer Dane: "Das Ziel unseres Lebens und Sterbens ist Gott selber. Jesus hat diesen Weg für uns eröffnet. Wir freuen uns über seine Aufnahme zu Gott und die Zukunftsperspektive für uns durch ihn." 

"Dieser Jesus wird ebenso wiederkommen"

Es ist die Zusage, dass alles an sein gutes Ziel kommt. Der Himmel steht sozusagen offen. Doch die Zukunftsperspektive bezieht sich nicht allein auf das ewige Leben. Die betreffende Stelle in der Apostelgeschichte (vgl. Apg 1,9-11) beinhaltet noch zwei weitere wichtige Aspekte, die zum christlichen Glauben dazu gehören: Zum einen ist da der Auftrag an die Jünger, Zeugen zu werden für diesen Jesus in aller Welt, also den Glauben weiterzutragen.

Und dann ist da noch dieser merkwürdige Zusatz in der Apostelgeschichte: Während die Jünger dem entschwebenden Jesus noch zum Himmel nachschauen, sagen zwei Männer, die plötzlich da sind: "Was steht ihr da und schaut zum Himmel, dieser Jesus wird ebenso vom Himmel wiederkommen." In der Erzählung von der Himmelfahrt sieht Pfarrer Gerhard Dane darum einen doppelten Auftrag an die Christen: "Ihn erwarten zur Vollendung der Welt und jetzt schon tun, was er uns dazu vorschlägt, denn wir sind ja seine Mitarbeiter, die diese Vollendung der Welt mitgestalten dürfen – und jetzt damit anfangen."

Warten auf den Heiligen Geist

Für diesen Auftrag verspricht der sich in den Himmel verabschiedende Jesus noch einen Beistand. Das ist der letzte wichtige Aspekt des Festes Christi Himmelfahrt. Wenige Tage vor Pfingsten kündigt Jesus damit das Kommen des Heiligen Geistes als göttlichen Beistand an. Für Pfarrer Dane ist das die Zusage, "dass wir hier nicht allein arbeiten. Von diesem erhöhten Jesus geht eine Energie aus, die uns befähigt, neue Menschen zu werden."

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