Kölner Dom
Kölner Dom

15.03.2015 - 10:00

Woelki feiert Pontifikalamt zum Jahrestag der Papstwahl Die Armen nicht vergessen

Mit einem Pontifikalamt am vierten Fastensonntag im Kölner Dom hat der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, das Pontifikat von Papst Franziskus gewürdigt. Franziskus' großes Thema seien die Armen, sagte Woelki in seiner Predigt.

In seiner Predigt erinnerte Kardinal Woelki anlässlich des zweiten Jahrestages der Papstwahl daran, dass die Armen das große Thema von Franziskus seien. Der Papst appelliere daran, dass unsere Herzen Mitgefühl haben sollten für die, die es nötig haben. Franziskus selbst habe direkt nach seiner Wahl von einem befreundeten Kardinal den Hinweis bekommen: "Vergiss die Armen nicht." Diese Worte hätten sich in ihm festgesetzt.

Der Papst sehe klar, was die Kirche brauche: die Fähigkeiten, Wunden zu heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen. Die Katholiken dürften sich an und über Franziskus freuen, sagte Woelki.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat in München vor überhöhten Erwartungen an Papst Franziskus gewarnt. "Der Papst weiß, dass er nicht alle Erwartungen erfüllen kann und darf - er ist das Fundament der Einheit der Kirche", sagte Marx am Sonntag in einer Festmesse zum Gedenken an die Papstwahl vor zwei Jahren. Die Einmütigkeit gelte es auch bei Auseinandersetzungen zu wahren. Anstatt Tendenzen zur Lagerbildung zu folgen, "müssen wir im Miteinander bleiben der einen Kirche".

Es gehe darum, die Herausforderungen zu begreifen, die Gott in der Realität an die Menschen stelle, erklärte der Münchner Erzbischof weiter. Deshalb sei es dem Papst auch so wichtig, die Menschen beim Thema Ehe und Familie über die Umfrage zur Bischofssynode im Herbst mit einzubeziehen. Dies sei vielleicht noch nicht so glatt gelaufen, aber es zeige den Willen, hinzuschauen. "Wir müssen hinschauen auf die Wunden der Welt."

Der vierte Fastensonntag ist analog zum dritten Adventssonntag von der Vorfreude auf das Osterfest geprägt. Dies wird durch den Eröffnungsvers der Hl. Messe "Laetare Jerusalem" ("Freue dich, Jerusalem") deutlich, der auch dem Sonntag seinen Namen "Laetare"-Sonntag gibt. Die Hälfte der Österlichen Bußzeit ist um, durch das läuternde Violett schimmert bereits das österliche Weiß und verwandelt an diesem Sonntag die liturgische Farbe in ein Rosa. Im Gegensatz zu den übrigen Tagen der Fastenzeit sind in den Kirchen auch Blumenschmuck und entsprechend schmückendes Orgelspiel, das über die bloße Gesangsbegleitung hinausgeht, erlaubt.