01.02.2011 - 09:33

Weihbischof Koch erinnert am Fest "Darstellung des Herrn" an das Leid der Menschen im Heiligen Land Die Stadt der Dramatik

Die katholische Kirche feierte am Mittwoch das Fest "Darstellung des Herrn". domradio.de übertrug das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom. Es zelebrierte Weihbischof Heiner Koch. In seiner Predigt berichtete er von seinem Besuch in der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Jerusalem.

Weihbischof Koch zeigt sich tief betroffen über die Dramatik des Krieges und des Friedens, die Dramatik zwischen Arm und Reich, die Dramatik im Miteinander und Gegeneinander der Religionen, zwischen Israelis und Arabern. Und er zeigt auf, dass Gott auch dort ist, in den Straßen dieser Stadt der Dramatik und auch in den Stunden des Leides und der Ohnmacht. Und dass es die Entscheidung des Menschen ist, ihn zu erwarten und zu empfangen, auch in Zeiten der Finsternis.

Fest "Darstellung des Herrn"
Das Fest knüpft an den Bericht des Lukas-Evangeliums an, nach dem Jesus, wie alle jüdischen Erstgeborenen, 40 Tage nach seiner Geburt von seinen Eltern zum Tempel gebracht und durch ein Opfer dem Herrn "dargestellt" wurde. Zudem brachte Maria an diesem Tag ein Reinigungsopfer dar, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb. Die Bibel berichtet in diesem Zusammenhang auch von der Begegnung mit dem greisen Simeon, der Jesus als "Licht zur Erleuchtung der Heiden" pries.

Begangen wurde das Fest "Darstellung des Herrn" seit Anfang des fünften Jahrhunderts in Jerusalem; in Rom wurde es um 650 eingeführt. Aus einem Fest zu Ehren Christi entwickelte sich mit der Zeit ein Marienfest. Mit zur Kreuzform gebundenen Kerzen wird an diesem Tag auch der "Blasiussegen" erteilt. Der Heilige, dessen Namenstag am 3. Februar gefeiert wird, war ein frühchristlicher Märtyrer und wird als Schutzpatron bei Halskrankheiten verehrt. Der Legende nach soll der armenische Bischof Blasius durch sein Gebet ein Kind gerettet haben, das an einer Fischgräte zu ersticken drohte.

Bedeutung im bäuerlichen Arbeitsjahr
"Mariä Lichtmess" hatte jahrhundertelang auch eine wichtige Bedeutung im bäuerlichen Arbeitsjahr. Knechte und Mägde bekamen ihren Jahreslohn und konnten den Dienstherrn wechseln. Die Wetterregeln zu Lichtmess handeln von der Vorfreunde auf den Frühling. Bekannt ist der Spruch: "Scheint an Lichtmess die Sonne heiß, bringt der Märzen Schnee und Eis." Verbreitet sind auch die Bauernregeln "Um Martin schlachtet der Bauer sein Schwein. Das muss bis Lichtmess gefressen sein" und "Lichtmess trüb ist dem Bauern lieb."

Anfang Februar werden zudem die Tage wieder deutlich länger hell: Einem alten Kalenderspruch zufolge ist der helle Tag, der zur Wintersonnenwende am 21. Dezember auf seinem Tiefpunkt stand, an Neujahr um einen "Hahnentritt", am Dreikönigstag immerhin schon um einen "Hirschensprung" länger geworden. Am 2. Februar ist dann bereits eine volle Stunde Helligkeit gewonnen. Bis zum 21. März weist die Lichtkurve dann besonders steil nach oben.