28.01.2018 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom mit der "Messe solennelle" von Vierne Vierter Sonntag im Jahreskreis

Kapitelsamt aus dem Kölner Dom am vierten Sonntag - zugleich Tokio-Sonntag - im Jahreskreis. Zelebrant: Dompropst Gerd Bachner. Während der Messe wurden die neuen Messdiener begrüßt und die neuen Mitglieder in die Domchöre aufgenommen.

Aufregend war es für 27 Mädchen und 29 Knaben am Sonntag im Kapitelsamt des Kölner Domes. Denn es wurden die neun- und zehnjährigen Grundschüler – die meisten kommen von der Kölner Domsingschule – offiziell in den Mädchenchor am Kölner Dom und in den Kölner Domchor aufgenommen. Vor Beginn der Messe versprachen sie Dompropst Gerd Bachner in einem feierlichen Aufnahmezeremoniell, ihren zukünftigen Dienst innerhalb der Liturgie zuverlässig "zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen" zu verrichten. Dieses Engagement – das wissen die kleinen Sängerinnen und Sänger – erfordert Fleiß und Ernsthaftigkeit. Ein Jahr lang hat sich die 56-köpfige Nachwuchsriege auf diesen Tag vorbereitet und auch den finalen Aufnahmetest erfolgreich bestanden, wie Domkapellmeister Eberhard Metternich erklärt. Nun also kommt es für die neuen Mitglieder der B-Chöre darauf an, auch offiziell Teil dieser Gemeinschaft aller Dienste am Dom zu werden.

Eingezogen sind die Sänger zunächst mit "Tria sunt munera". Danach stimmten sie gemeinsam mit ihren älteren Kolleginnen und Kollegen zu insgesamt 300 Sängern die "Messe solennelle" in cis-Moll für Chor und zwei Orgeln von Louis Vierne an. Die musikalische Leitung hatten Domkapellmeister Eberhard Metternich und Domkantor Oliver Sperling inne, die sich bei diesem traditionellen Chorprojekt wegen der bewusst doppelchörigen Aufstellung im Süd- und Westseitenschiff weitestgehend nur über Sichtkontakt verständigten. Immerhin ist die Vierne-Messe, die zum festen Repertoire beider Chöre zählt und nun schon seit Jahren bei dieser Aufnahmefeier gesungen wird, auch für die Chorleiter selbst immer wieder eine Herausforderung, die sich vornehmlich aus der schwierigen Akustik des Domes ergibt. Die beiden Organisten, die Vierne bei dieser Messe vorgesehen hat, waren im Dom über einen kleinen Monitor mit den Dirigenten verbunden, während ihnen die Einsätze der Chöre per Mikrophon über einen Lautsprecher zugespielt wurden.

"Da muss es schon ganz genau stimmen, wenn zwei so große Chöre von unterschiedlichen Orten aus gemeinsam musizieren", erklärt Metternich. "Allerdings haben wir bei dieser Form des Musizierens mittlerweile auch viel Erfahrung miteinander und kennen uns gegenseitig gut", ergänzt Domkantor Sperling. Ausladendere Bewegungen müssten das Dirigat absolut eindeutig machen. Dieses aufwendige Zusammenspiel erfordere von allen viel Konzentration. Am Ende aber stimme das Gesamtpaket. Denn das Ergebnis zeige, dass ein solches Werk in Köln nicht nur machbar sei, sondern geradezu hervorragend in diesen Raum und in die Liturgie passe. "Letztlich ist diese cis-Moll-Messe ideal für die spezifischen Möglichkeiten des Kölner Domes", findet Metternich.

Nach zwei "Testdurchläufen" im vergangenen Sommer und dann noch einmal im November werden alle neuen Sängerinnen und Sänger von nun an regelmäßig ihren Platz auf dem Chorpodest im südlichen Seitenschiff des Kölner Domes einnehmen und fester Bestandteil der Hoch- und Pontifikalämter sein. Dafür haben die Kinder schließlich immer wieder fleißig mit ihren Chorleitern Metternich und Sperling geprobt. Natürlich auch die Regeln, die für gemeinschaftliches Singen erforderlich sind, und die notwendige Disziplin bei offiziellen Anlässen, damit der Hörgenuss im Ernstfall auch etwas fürs Auge ist. Schließlich wird jede Dommesse vom Domradio live in Wort und Bild übertragen.

Tokio-Sonntag

An diesem Sonntag sammeln die Erzbistümer in Köln und Tokio gemeinsam eine Kollekte zugunsten der Priesterausbildung in Myanmar - einem der ärmsten Länder der Welt. Der Anlass dafür ist der Tokio-Sonntag (Tokio-Sonntag), der die 64 Jahre alte Partnerschaft der Erzbistümer Köln und Tokio in Erinnerung ruft. In vielen Gottesdiensten wird daher in den Fürbitten die Verbundenheit zum Ausdruck gebracht. Besonders wird für den Priesternachwuchs in dem japanischen Bistum gebetet.

Gleichzeitig zum "Tokio-Sonntag" im Erzbistum Köln feiert das Erzbistum Tokio den "Köln-Sonntag".

Kardinal Frings gründete die Partnerschaft

Eine "Gemeinschaft des Betens und gegenseitigen Sich-Helfens", so umriss der Kölner Kardinal Josef Frings das Ziel der Partnerschaft, die er und sein japanischer Amtsbruder Peter Tatsuo Doi aus Tokio 1954 ins Leben riefen. Ganz bewusst wollte der Kölner Erzbischof in den Zeiten des deutschen "Wirtschaftswunders" keine Einweg-Patenschaft, sondern eine partnerschaftliche Gemeinschaft zwischen den Erzbistümern Köln und Tokio.

Anfangs stand die materielle Hilfe im Vordergrund. So beteiligte sich das Erzbistum Köln finanziell stark am Neubau der Marien-Kathedrale von Tokio, die 1964 konsekriert wurde. In besonderer Weise engagierte sich das Erzbistum Köln auch an der jesuitischen Sophia-Universität in Tokio.

Tokio: 0,5 % Katholiken

Christen sind in Japan eine Minderheit. Auf dem Gebiet des Erzbistums Tokio leben etwa 19 Millionen Menschen, nur etwa 96.000 davon sind katholisch. 1891 wurde das Erzbistum Tokio gegründet, nachdem das Christentum bis 1873 in Japan offiziell verboten war. Seit Dezember 2017 ist Tarcisius Isao Kikuchi Erzbischof von Tokio. Weihbischof Dominikus Schwaderlapp nahm als Vertreter des Erzbistums Köln an der Amtseinführung teil.

Gemeinsam führen beide Bistümer seit vielen Jahren eine Kollekte zugunsten der Priesterausbildung in Myanmar (früher: Burma) durch. Myanmar ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die katholische Kirche ist in Myanmar eine kleine Minderheit. Nur etwa ein Prozent der Bevölkerung sind katholisch. Die Kirche versteht ihren Einsatz als Dienst an allen Myanmaren und fördert Dialog und Verständigung jenseits von Religion und Ethnie. Eine finanzielle Unterstützung aus Köln für das Partnerbistum Tokio ist schon seit dem japanischen Wirtschaftsaufschwung der 60er- und 70er-Jahre nicht mehr nötig.

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