Kölner Dom
Kölner Dom

17.11.2019 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom "Tot sind nur die anderen"

"Jedem Ende wohnt ein neuer Anfang inne", heißt es in einem berühmten Gedicht von Hesse. Über Anfänge und vor allem über Endlichkeit sprach Domkapitular Dominik Meiering in seiner Predigt und betonte: "Es geht nicht um den FC".

Domkapitular Dominik Meiering erklärte in seiner Predigt am dreiunddreißigsten Sonntag im Jahreskreis, warum in jedem Ende auch ein neuer Anfang steckt. "Was wir sind, was wir haben, wird enden. Dein eigenes Leben, diese Welt, wird ein Ende haben", sagte er.

"Anders formuliert: Endzeit ist unausweichlich", auch wenn sie oftmals verdrängt werde. Frei nach dem Motto: "Tot sind immer nur die anderen", kokettierte Meiering.

Endzeit ist auch Anfang

Aber Endzeit sei auch Anfang, "Anfang von etwas Neuem, das nur Gott geben kann." Gott werde uns geben, was wir brauchen. "Einen Satz, eine Person, einen Gegenstand, den wir festhalten und durch den Gott uns hält."

Heute ist Welttag der Armen

"Der Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren" – so lautet das Motto des diesjährigen Welttages der Armen, der erstmals 2017 begangen wurde. Der Papst führte den weltkirchlichen Gedenktag ein, um das Thema Armut als "Herzensanliegen des Evangeliums" stärker in den Blick zu rücken und zu einer Glaubenserneuerung in den Kirchengemeinden beizutragen. Franziskus erläuterte, es könne weder Gerechtigkeit noch sozialen Frieden geben, solange Arme vor den Türen der Christen lägen. Der Tag soll in erster Linie Gelegenheit für konkrete Taten und Begegnungen sein. Kirchengemeinden und Verbände sollten arme Menschen einladen und ihnen zuhören.

Quelle: Katholische Nachrichten-Agentur (KNA)

"Es werden Tage kommen, an denen von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt, der nicht niedergerissen wird." (Lk 21,6)

Zum Sonntagsevangelium Lk 21,5–19:

Keine Irreführung

Wann wird all das geschehen?
Wann kommt die Umwälzung,
der Zusammenbruch der alten Welt,
wann der große Neubeginn?

Auch nach der lukanischen Gemeinde
haben sich viele diese Frage gestellt:
angstvoll, lustvoll,
drohend, spekulativ.

Gefährlich: die Tendenz, sich zu versteigen,
in ausgeklügelten Berechnungen,
sich in Scheinsicherheiten zu wiegen,
sich in Gewissheiten einzumauern.

Jesu Leben und Sterben allein setzen Zeichen:
Lebenszeichen,
kraftvoll,
gegen den machtvollen Tod.

Dorothee Sandherr-Klemp

Heute singen zum zweiten Mal 25 Knaben des B-Chores gemeinsam mit ihren älteren "Kollegen" aus dem A-Chor das Hochamt im Kölner Dom.

Gottesdienstübertragung bei DOMRADIO.DE

DOMRADIO.DE übertrug am dreiunddreißigsten Sonntag im Jahreskreis das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Domkapitular Dominik Meiering. Es sang der Kölner Domchor unter der Leitung von Eberhard Metternich. An der Orgel: Winfried Bönig.