Kölner Dom
Kölner Dom

28.07.2019 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Siebzehnter Sonntag im Jahreskreis

DOMRADIO.DE übertrug am siebzehnten Sonntag im Jahreskreis das Pontifikalamt in lateinischer Sprache aus dem Kölner Dom mit Weihbischof Dominikus Schwaderlapp. Es sangen die Herren des Kölner Domchores unter der Leitung von Eberhard Metternich.

Auslegung zum Sonntagsevangelium (Lk 11,1–13)

Von Hans Urs von Balthasar

Jesus bittet im Evangelium den Vater und weiß, dass er „allzeit erhört“ wird (Joh 11,42). Und da er im Gebet ist, bitten ihn seine Jünger, sie beten zu lehren. Sie erhalten Christi eigenes Gebet, das Vaterunser, und dazu das Gleichnis vom Mann, der um Mitternacht seinen schlafenden Freund weckt, und ihn um drei Brote bittet. Im Gleichnis muss der Mann zudringlich werden, um das Erbetene zu erhalten. Bei Gott wird nicht Indiskretion, wohl aber Beharrlichkeit im Bitten, Suchen, Klopfen verlangt, damit Gott als der Vater seinen Geschöpfen öffnet. Gott schläft nicht, er ist bereit, „seinen Heiligen Geist denen zu geben, die ihn bitten“, aber er wirft seine kostbarsten Gaben denen nicht nach, die sie nicht begehren oder nur lau und nachlässig darum fragen.

Was Gott schenkt, ist seine eigene eifrige Liebe, und diese kann nur von solchen empfangen werden, die einen echten Hunger danach haben. Gott um Dinge zu bitten, die er seinem Wesen nach nicht geben kann (einen „Skorpion“, eine „Schlange“), ist widersinnig, aber jede Bitte, die seinem Willen und seiner Gesinnung entspricht, erhört er, sogar unfehlbar, sogar auf der Stelle, auch wenn wir es in unserer vergänglichen Zeit nicht merken. „Alles, um was ihr betend fleht, glaubt, dass ihr es erhalten habt, dann bekommt ihr es“ (Mk 11,24). „Wenn wir etwas gemäß seinem Willen erbitten, hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns in allem erhört, was wir erbitten, dann wissen wir, dass wir besitzen, worum wir gebeten haben“ (1 Joh 5,14 f.).

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. Juli 2019