Blick auf den Kölner Dom
Blick auf den Kölner Dom

09.05.2021 - 10:00

Kapitelsamt im Kölner Dom Sechster Sonntag der Osterzeit

Generalvikar Markus Hofmann betont in seiner Predigt am sechsten Sonntag der Osterzeit die Bedeutung der Freundschaft Jesu. Er erläutert, was sie ausmacht und wie wir im freundschaftlichen Kontakt mit Jesus bleiben.

"Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde." (Joh 15,13-14)

"Jesus war der Freund seiner Jünger", stellt Generalvikar Dr. Markus Hofmann fest. Selbst dem Judas verweigere Jesus den Ehrentitel 'Freund' nicht.

Freundschaft mit Jesus

"Auch uns gilt dieses Angebot der Freundschaft Jesu", so Generalvikar Hofmann.

Der Tod Jesu am Kreuz sei "die größte Freundschaftstat, der allergrößte Freundschaftsdienst, den je ein Freund für die einen geleistet hat." Denn durch diese Tat Jesu für seine Freunde und auch für uns, durch diese Hingabe seines Lebens habe Jesus uns den Zugang zu seiner Beziehung mit dem Vater geöffnet. So seien wir eingeweihte in die Liebe zwischen Vater und Sohn.

Hier werde deutlich, so Hofmann, dass "unsere Freundschaft mit Jesus mehr ist als nur eine auch schon kostbare Freundschaft unter Menschen. Wir bekennen Jesus als unseren Herrn und Gott." Jesus könnten wir von uns aus nie zu unserem Freund machen, aber er habe uns erwählt.

Jesus sei "nie unser Kumpel", betont Hofmann, aber das bedeute keine "Rücknahme des großen Freundschaftsgeschenkes", sondern das mache gerade die "Größe dieser Freundschaft mit aus".

Im freundschaftlichen Kontakt bleiben

Für die Freundschaft mit Jesus gelte es, zwei Dinge zu beachten. Erstens: Jesus sage "Bleibe in meiner Liebe". Dies bedeute, in Kontakt mit ihm zu bleiben, also zu beten. Hier sei das Gebet "eine Überlebensfrage für unser Christsein", so Generalvikar Hofmann.

Als Zweites gelte es zu beachten: "Ich kann nicht Jesus zum Freund haben wollen und gleichzeitig die ablehnen, die auch er seine Freunde nennt."

Die Heilige Edith Stein sagte dazu einmal: "Seine Liebe kennt Grenzen, sie hört niemals auf." – Deshalb gebe es auch unter seinen Freunden Menschen, die wir vielleicht so nicht erwarten würden, erklärt Hofmann.

"Aber wenn er mich trotz meiner Unvollkommenheit, trotz meiner vielen Ecken, Kanten und Macken liebt, dann brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn es in seinem Freundeskreis andere Personen auch gibt, die nicht vollkommen sind", erklärt der Generalvikar.

Wenn wir uns ehrlich bemühen, auch an solchen Menschen wenigstens eine gute Seite zu finden, wo es uns etwas schwerfalle, dann werde es auch leichter, diesen Menschen als Freund Jesu und auch als unseren Freund zu erkennen, erklärt Hofmann.

Übertragung

DOMRADIO.DE übertrug am sechsten Sonntag der Osterzeit das Kapitelsamt aus dem Kölner Dom mit Generalvikar Markus Hofmann. Es sang ein Ensemble des Mädchenchores am Kölner Dom unter der Leitung von Oliver Sperling. An der Orgel: Winfried Bönig.

Sechster Sonntag der Osterzeit

"Verkündet es jauchzend, damit man es hört!
Ruft es hinaus bis ans Ende der Erde!
Ruft: Der Herr hat sein Volk befreit. Halleluja."
(Vgl. Jes 48, 20)

Eröffnungsvers der Eucharistiefeier am sechsten Sonntag der Osterzeit
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„Liebt einander!“ Mit dieser starken Aufforderung endet die heutige Lesung des Evangeliums. In diesem göttlichen Imperativ konzentriert sich die Botschaft der Auferstehung. Denn wir können nur lieben, weil Gott in Jesus Christus ein für alle Mal gezeigt hat, was Liebe bedeutet: der Gewalt den Frieden, dem Hass die Liebe, dem Tod das Leben entgegenzusetzen. Diese Liebe überschreitet alle Grenzen, sie gilt allen Menschen zu allen Zeiten und an allen Orten. Wer diese Liebe in sein Leben lässt, der wird schließlich aus dem Ostergeheimnis sein Leben verwandeln, so beschreibt es das Tagesgebet. „Liebt einander!“ ist also kein Gebot, das mich quälend knechtet, sondern frohe Botschaft, die das Leben von Grund auf erneuert.

Marc Witzenbacher

Aus: Messbuch 2021, Butzon & Bercker