28.04.2013 - 10:00

Renovabis-Aktion 2013 in Trier eröffnet "Das Leben teilen"

Mit einem festlichen Gottesdienst im Trierer Dom hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis am Sonntag seine neue bundesweite Pfingstaktion eröffnet.

Unter dem Motto "Das Leben teilen. Solidarisch mit behinderten Menschen im Osten Europas" steht diesmal die schwierige Situation behinderter Kinder, Männer und Frauen im Mittelpunkt. Höhepunkt und Abschluss der Kampagne im Jubiläumsjahr ist die Kollekte in allen Pfarrgemeinden am Pfingstsonntag, 19. Mai. Renovabis wurde vor genau 20 Jahren gegründet.

In seiner Predigt rief der Trierer Bischof Stephan Ackermann zur Unterstützung der Aktion auf und würdigte den Beitrag der Christen bei der Überwindung der totalitären Systeme im Osten Europas. Hier habe "die Sprengkraft der christlichen Botschaft" viel Gutes bewirkt.

Aus der Hilfe von West nach Ost sei längst ein partnerschaftlicher Austausch geworden. So könne auch der Einsatz der Kirche in Osteuropa für behinderte Menschen "eine Inspiration für uns hier sein", betonte Ackermann. Denn auch in Deutschland brauche man "immer neue Bereitschaft und Fantasie, damit Menschen mit Behinderung besser als bisher am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können".

Appell für Lebensschutz

Zugleich kritisierte Ackermann alle Bestrebungen, behindertes Leben schon vor der Geburt zu verhindern. Es sei nur schwer zu verstehen, dass behinderte Menschen heute mehr denn je die Chance hätten, am Leben teilzunehmen, dass aber der medizinische Fortschritt und bessere Diagnosemöglichkeiten dazu führen könnten, dass immer häufiger behinderten Menschen "der Eintritt ins Leben verwehrt wird", so Ackermann: "Das ist eine Barriere, die wir nicht hinnehmen dürfen."

An dem Gottesdienst nahmen auch zahlreiche Gäste aus Osteuropa teil, darunter Erzbischof Volodymyr Vijtyshyn aus der Ukraine und der neu ernannte kroatische Erzbischof Duro Hranic. Neben Renovabis-Hauptgeschäftsführer Stefan Dartmann feierte auch der emeritierte Trierer Weihbischof Leo Schwarz mit. Er gehörte vor 20 Jahren zu den Mitbegründern des Hilfswerks, genau wie damalige Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ZdK, Rita Waschbüsch, die ebenfalls aus dem Bistum Trier kommt.

Natürlich beteiligten sich auch etliche Menschen mit Behinderung aus Ost- und Westeuropa aktiv am Gottesdienst, etwa bei der Gabenbereitung. Darüber hinaus sang ein Gebärdenchor der Gehörlosengemeinde, und alle vorgetragenen Texte wurden von einem Gebärdendolmetscher übersetzt. (KNA)