Auferstehung Christi
Ostern im Kölner Dom
Ostern im Kölner Dom
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und...
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki
Mädchenchor am Kölner Dom
Mädchenchor am Kölner Dom

21.04.2019 - 10:00

Pontifikalamt im Kölner Dom Ostern – Hochfest der Auferstehung des Herrn

"Den Weg in eine tiefe Gemeinschaft mit dem Herrn": Beim Pontifikalamt am Ostersonntag im Kölner Dom sprach Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki in seiner Predigt davon, wie uns das Evangelium dabei helfen könne, dass auch in uns Ostern werde.

Für Kardinal Woelki zeige die Auferstehungsgeschichte "den Weg in eine tiefe Gemeinschaft mit dem Herrn". Denn "wenn Christus unser Leben offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit", berichtet der Apostel Petrus. Das sei die Hoffnung, die "unser Leben trägt", so Kardinal Woelki.

DOMRADIO.DE übertrug am Ostersonntag das Pontifikalamt aus dem Kölner Dom mit Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki. Es sang der Mädchenchor am Kölner Dom unter der Leitung von Oliver Sperling und Elena Szuczies. An der Orgel: Winfried Bönig.

Aus einer Homilie zum Osterfest von Erzbischof Stephan Burger

Nach den irdischen Tagen Jesu, nach der Wanderschaft und der Zeit der Unterweisung, die in den Kar-Tagen ihren tragischen Höhepunkt erfährt, beginnt mit Ostern eine besondere Zeit zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen Begegnungen mit dem, der sich als der Gekreuzigte ausweist und der zugleich der ganz andere ist, nicht mehr greifbar. Jesus, der vorher ganz nahe bei den Menschen war, entzieht sich immer mehr und zeigt dennoch Präsenz, eine Präsenz, die das Irdische übersteigt, ja erfüllt.

Diese Zeit, von anfänglicher Skepsis geprägt, wird immer mehr erfüllt von Leben, von Hoffnung, von Zuversicht, die ihren Grund allein in Christus hat.

Diese Lektion lernen die Apostel; diese Lektion in göttlicher Liebe und des Lebens befähigt die Apostel, diese Botschaft bis in die entlegensten Winkel der Erde zu tragen. Und diese Botschaft trifft heute auf uns.

Wir können sie wissenschaftlich wegdiskutieren. Wir können sie ganz ins Irrationale verweisen. Wir können sie als Hypothese, als einen vielfältigen Erklärungsversuch verstehen, um dieser Welt einen irgendwie gearteten Sinn abzuringen. Wir können sie aber auch als das annehmen, was sie ist: nämlich als eine glaubwürdig verbürgte Botschaft von bodenständigen Menschen, die das weitergegeben und mit ihrem Leben bezeugt haben, was ihnen in der Person Jesu geschenkt war, was sie erlebt haben und was ihr Leben grundlegend veränderte: Jesus lebt, dieser Jesus, der auf grausame Weise am Kreuz hingerichtet worden war. Daran lassen sie nicht den geringsten Zweifel!

Und diese Botschaft ist auch heute nicht nur in unsere Wohlstandsverhältnisse hineingesprochen, sondern zugleich in das menschliche Elend, wo immer wir es antreffen. Diese Botschaft kann auch durch nichts und niemanden weggebombt werden. Und diese Botschaft nimmt uns zugleich in die Pflicht, dem menschlichen Elend abzuhelfen, ob bei uns oder in den Krisengebieten dieser Erde. Diese Botschaft kennt keine Unterschiede nach Herkunft oder Volkszugehörigkeit. Und sie endet auch nicht an Stacheldrahtzäunen und Staatsgrenzen. Diese Botschaft ist an alle gerichtet, die guten Willens sind.

Diese Botschaft verändert auch heute immer noch die Welt, wo Menschen es noch nicht aufgegeben haben, sich für andere einzusetzen. Diese Botschaft des Lebens will unser ganzes Leben prägen, und das über den Tod hinaus. Wir brauchen diese Botschaft in mancher Not, die uns den Wert des Lebens vergessen lässt. Wir brauchen diese Botschaft von der Wiege bis zur Bahre!

Aus: Magnificat. Das Stundenbuch. April 2019