Blick auf den Kölner Dom in der Morgensonne
Blick auf den Kölner Dom in der Morgensonne

17.10.2021 - 10:00

Domkapitular Dominik Meiering pocht auf weniger Egoismus "Macht durch Dienen"

Im Kapitelsamt am neunundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis hat Domkapitular Dominik Meiering dazu aufgerufen, weniger egoistisch zu sein. Im Glauben gehe es nicht darum, in der ersten Reihe zu sitzen. 

"Unser Ego wünscht sich bedeutungsvoll zu sein", beginnt Domkapitular seine Predigt am neunundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis im Kölner Dom. Jede und jeder möchte aufsteigen, sich weiterentwickeln, Anerkennung. Auch im Evangelium wollen zwei Apostel "Sonderrechte". Aber Jesus sage: "Bei euch soll es nicht so sein" und  "wer dient, ist ab sofort der Erste". Damit schaffe Jesus eine revolutionäre Umkehrung der Rangordnung und "für uns eine ganz neue Lebensordnung", so Meiering. "Was in der Welt als Rang und Ehre gilt, das hat in den Augen Gottes keinerlei Bedeutung, keinerlei Kraft".

Vielmehr sollte man diese neue Umwertung annehmen und Jesus nachfolgen und einander zu dienen - "mit großer Kraft und Radikalität". Im Evangelium wollte Jesus eben das seinen Jüngern beibringen. "Ihr seid nicht in die Welt gesandt, um zu herrschen, sondern um zu dienen" sowie "Ich bin gekommen, um ihn Demut meinen Weg zu gehen" - diese Mahnungen und Hinweise, die Jesus damals seinen Jüngern gebe, gelten auch heute noch. Es gelte, auszubrechen aus den Regeln der Macht und Unterdrückung. "Macht durch Dienen - nur so gelinge der Befreiuungsschlag von allen Machtansprüchen", fasst Domkapitular zusammen und schließt mit den Worten: "Wenn wir daran glauben, dann können wir freiwerden, dann können wir loslassen von allen Versuchungen, die wir da haben und dann entdecken wir vielleicht, dass wir (...) zu Menschen werden, die gar nicht herrschen wollen, sondern zuerst und vor allen Dingen nach dem Beispiel Jesu Gott und den Menschen dienen wollen".

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kantor Oliver Sperling und Organist Winfried Krane.