02.10.2009 - 10:51

Lateinisches Hochamt aus dem Münster St. Quirinus zu Neuss 27. Sonntag im Jahreskreis

domradio übertrug am 27. Sonntag im Jahreskreis das Lateinische Hochamt aus dem Münster St. Quirinus zu Neuss. Zelebrant war Kreisdechant Monsignore Guido Assmann. Der Münsterchor sang die "Missa brevis" von Giovanni Pierluigi da Palestrina.

"Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei ..." An diesem Sonntag führen die Lesungstexte vor Augen, wie Gott sich die Beziehungen der Menschen untereinander vorstellt. Vor allem die Ehe als auf Dauer angelegte Partnerschaft zwischen Mann und Frau kommt in den Blick. Was kann uns das heute sagen, da in größeren Städten oft schon jede zweite Ehe geschieden wird?Wortgottesdienst Erste LesungMann und Frau sind von Gott als aufeinander bezogene Einheit gewollt. Das meint die so genannte zweite Schöpfungserzählung mit ihrer Rede von der Erschaffung der Frau aus der Seite des Mannes. Wenn sie in der Ehe "ein Fleisch" werden, realisieren Mann und Frau den Willen des Schöpfers in besonderer Weise.Zweite LesungWie häufig in der Leseordnung, steht der neutestamentliche Text ein wenig abseits. Während die Lesung aus der Genesis und, wie wir gleich sehen werden, das Evangelium inhaltlich aufeinander bezogen sind, wird hier ein anderes Thema angesprochen. Der heutige Ausschnitt kann als exemplarisch für den gesamten Hebräerbrief gelten, der dem Volk des Alten Bundes - näherhin: einer judenchristlichen Gemeinde - Jesus als den Messias vor Augen stellt. EvangeliumDie Ehe wurde bereits zur Zeit Jesu nicht immer so gelebt, wie es die Schrift, wie es also Gottes Wille vorsieht. Ehescheidung war durch das Gesetz des Mose erlaubt, gesellschaftlich im Allgemeinen toleriert; die verschiedenen Glaubensschulen stritten allenfalls noch über den hinreichenden Grund beziehungsweise Anlass. Dieses Streitgespräch zwischen Jesus und einigen Pharisäern macht den entscheidenden Unterschied deutlich. Während sich die Schriftgelehrten auf das Gesetz des Mose berufen, spricht Jesus mit Autorität von der Schöpfungsordnung, letztlich also von Gottes Willen. Demnach sind Mann und Frau aufeinander bezogen, sie sollen in der Ehe eins werden - und bleiben: "Was Gott verbunden hat, darf der Mensch nicht trennen." Eine Abwertung von Menschen, deren Ehe gescheitert ist, lässt sich aus diesem Text freilich nicht herauslesen.(Quelle: Messbuch 2009, Butzon & Bercker Verlag)