02.01.2012 - 08:41

Kölner Kardinal entsendet Sternsinger Ein kleiner Stabwechsel

In Anwesenheit von rund 3.000 als Heilige Drei Könige verkleideten Kindern und Jugendlichen hat Kardinal Joachim Meisner die Sternsinger-Aktion im Erzbistum eröffnet. In dem Gottesdienst am Montagmorgen im Kölner Dom ermutigte er die Jungen und Mädchen, sich beherzt für benachteiligte Kinder einzusetzen. Sie müssten stellvertretend für diejenigen aktiv werden, "die nicht so starke Fäuste haben, um ihre Rechte durchzusetzen".

Jedes Kind auf der Welt habe dieselben Rechte, so etwa auf ausreichend Essen, ein Dach über dem Kopf und Schulbildung, sagte der Kardinal im überfüllten Dom. Zu Beginn seiner kurzen Ansprache hatte Meisner seinen Bischofsstab gegen den Königsstab eines der Kinder am Altar getauscht: Jan Niklas, aus der Pfarreiengemeinschaft Wuppertaler Westen. Der Stern des Königsstabes, entworfen und gebaut von Georg Schmidt, zeigt in der Mitte die Holzmodelle der Kirchen St. Bonifatius, St. Ludger, St. Mariä Empfängnis und St. Remigius und ist ein Symbol der wachsenden Zusammengehörigkeit.----In den kommenden Tagen werden die Sternsinger in ihren Gemeinden von Haus zu Haus ziehen und um Spenden bitten für benachteiligte Kinder in Entwicklungsländern. Sie schreiben dabei mit Kreide die Jahreszahl 2012 sowie die Buchstaben "C+M+B" für den Segensspruch "Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus") an die Türen. Das diesjährige Leitwort der Aktion "Klopft an Türen, pocht auf Rechte" stellt den Kampf für die Durchsetzung von Kinderrechten weltweit in den Mittelpunkt. Beispielland der Aktion ist Nicaragua.

Die Aktion Dreikönigssingen des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" gilt als die weltweit größte Initiative von Kindern für Kinder. Sie findet zum 54. Mal statt. Bundesweit nehmen jährlich rund eine halbe Million Kinder und Jugendliche teil. Die zentrale Eröffnung fand am Mittwoch in Mainz statt. Bundesweit ziehen etwa 500.000 Sternsinger von Haus zu Haus. Am 5. Januar werden Delegationen der Sternsinger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin empfangen.

Bei der seit 1959 durchgeführten Aktion kamen bislang rund 772 Millionen Euro für über 60.800 Projekte in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa zusammen. Im vergangenen Jahr sammelten die Sternsinger bundesweit rund 41,8 Millionen Euro. Das war das zweithöchste Ergebnis in der Geschichte des Dreikönigssingens nach 2005. Allein in Nordrhein-Westfalen kamen mehr als 10 Millionen Euro für benachteiligte Kinder in aller Welt zusammen.