Erfurter Dom und Severikirche
Erfurter Dom und Severikirche

05.11.2017 - 10:00

Eröffnung der Diaspora-Aktion im Erfurter Dom Keiner soll alleine glauben. Unsere Identität: Segen Sein.

Beim Pontifikalamt zur Eröffnung der Diaspora-Aktion 2017 des Bonifatiuswerkes aus dem Erfurter Dom stand der Segen im Mittelpunkt. So erinnerte Bischof Neymeyr in seiner Predigt daran, dass jeder getaufte und gefirmte Christ segnen könne.

Die Diaspora-Aktion steht unter der Frage, wie Christen für andere zum Segen werden können. Im Fokus stehen insbesondere die katholischen Minderheiten in der deutschen Diaspora, in Skandinavien und im Baltikum, die sich engagiert und kreativ für andere einsetzen, weite Wege auf sich nehmen und andersdenken Mehrheiten gegenüberstehen.

Im Eröffnungsgottesdienst der diesjährigen Diaspora-Aktion blickte der Erfurter Bischof in seiner Predigt auch auf die jüngere Geschichte des Segen. Lange Zeit sei das Thema in der Theologie völlig unbeachtet geblieben, so Neymeyr. In den letzten Jahren habe das Thema Segen aber vermehrt Aufmerksamkeit erhalten. Wichtige Impulse seien auch vom ökumenischen Kirchentag 2003 ausgegangen, betonte der Bischof Neymeyr. Das Motto des Christentreffens 2003: "Ihr sollt ein Segen sein."

"Bonifatiuswerk ist großer Segen für die Kirche in der Diaspora"

Segen geben oder für andere "Segen sein", sei besonders in der Diaspora wichtig, machte Neymeyr deutlich. Er nannte die Arbeit des Bonifatiuswerks einen "großen Segen für die Kirche in den Ländern und Gegenden, in denen es nur sehr wenige katholische Christen gebe". Er spreche hier auch aus der Erfahrung eines Diasporabischofs, so der Neymeyr im Erfurter Dom.

Neymeyr bekräftigte, durch seine Erfahrung als Weihbischof in Mainz und als Bischof in Erfurt wisse er wohl, dass es ein sehr großer Unterschied sei, ob die Diasporakirche in einem Umfeld mit einer überwältigenden Mehrheit von Christen einer anderen Konfession lebe oder ob die Mehrheit der Mitmenschen seit Generationen keine Religion kenne.

Kern der Predigt war der Aufruf an die Katholiken, selber Segen zu spenden. Es sei wichtig, immer wieder einmal daran zu erinnern, dass nicht nur Amtsträger andere Menschen segnen können, sondern auch jeder getaufte und gefirmte Christ. Dieser Segen sei mehr als ein Wunsch oder ein Gebet, ermunterte Bischof Neymeyr die Gläubigen.

Unterstützung für Katholiken in Nordeuropa und dem Baltikum

Neben dem Erfurter Bischof zelebrierten Bischof David Tencer aus Reykjavik in Island und Bischof Victor Stulpins aus Liepaja in Lettland. Das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken unterstützt katholische Christen überall dort, wo sie in einer extremen Minderheitensituation, in der Diaspora, ihren Glauben leben. Mit seiner Bau-, Verkehrs-, Kinder- und Glaubenshilfe fördert es Projekte in Deutschland, Nordeuropa und dem Baltikum.

Höhepunkt der Diaspora-Aktion ist der Diaspora-Sonntag am 19. November, bei dem Katholiken im Rahmen einer bundesweiten Kollekte für Katholiken in der Diaspora spenden.

(DR)