08.12.2008 - 08:20

Katholiken weltweit feierten das Fest der unbefleckten Empfängnis "Erbitte uns die Energie Deiner Hoffnung"

Katholiken weltweit feierten am Montag das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Papst Benedikt XVI. legte bei seinem traditionellen Besuch in der römischen Innenstadt ein Rosengebinde zu Füßen der Mariensäule bei der Spanischen Treppe nieder und bat die Muttergottes um Schutz für die Stadt Rom. Joachim Kardinal Meisner rief beim Pontifikalamt am Abend im Kölner Dom dazu auf, einander und Gott zu lieben, wie Maria es getan habe. "Heilige unbefleckte Gottesmutter, erbitte uns die Energie Deiner Hoffnung", so der Kölner Erzbischof vor hunderten Gläubigen zum Ende seiner von <a onclick="javascript:WindowAudio('17864'); return false;" href="/comet/audio/17864.wma"> domradio.de live übertragenen Predigt</a>.

Papst Benedikt XVI. erinnerte in Rom zugleich an den Abschluss des Jubiläumsjahres von Lourdes, mit dem der südfranzösische Wallfahrtsort der Marienerscheinungen vor 150 Jahren gedacht hatte. Bei einer der Visionen hatte sich die Gottesmutter nach Angaben der heiligen Seherin Bernadette Soubirous (1844-1879) als «Unbefleckte Empfängnis» vorgestellt. Benedikt XVI. deutete die weißen Rosen als Symbole der Erfolge und Freuden, aber auch der Sorgen des vergangenen Jahres. Es gebe «keine Rose ohne Dornen», so der Papst. Besonders bat er Maria um Schutz für kranke Kinder in Rom, benachteiligte Jugendliche, einsame alte Menschen, Kranke, Einwanderer, sozial Schwache und Arbeitslose. Nötig seien eine Minderung sozialer Gegensätze und mehr Verantwortungsbewusstsein für gemeinsame Belange. Der Besuch bei der Muttergottes-Statue an der Spanischen Treppe gehört zu den festen Terminen des Papstes und findet jeweils am 8.  Dezember statt. Die Figur war unter Pius IX. (1846-1878) aus Anlass der Verkündung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis (1854) auf einer antiken Säule aufgestellt worden. Die Lehre besagt, dass Maria von Anfang an von Gott als Mutter Jesu ausersehen gewesen und daher von der Verstrickung in die kollektive menschliche Schuldgeschichte - der sogenannten Erbsünde - ausgenommen sei. Das Fest der Erwählung MariensDas Fest der Erwählung Mariens, auch „Fest der unbefleckten Empfängnis" genannt, bezieht sich auf den Moment, in dem Maria als Kind ihrer Eltern (traditionell Joachim und Anna) empfangen wird. Obwohl heute das Evangelium von der Verkündigung des Engels an Maria  gelesen wird, ist es nicht mit dem Fest „Verkündigung des Herrn" (25. März) zu verwechseln.„Voll der Gnade" sagen wir von Maria: Maria ist befreit von der Sünde, der Trennung von Gott. Das, was ihr Sohn bewirken wird, kommt ihr schon hier zugute. Durch Christus soll die gesamte Schöpfung erlöst werden und diese Erlösung erstreckt sich auch auf die vor ihm Geborenen.Die Menschen können sich nicht aus eigener Kraft erlösen. Auch Maria nicht. Alles, was sie bei der geschichtlichen Verwirklichung unserer Erlösung tut, geschieht nicht aus eigener Kraft, sondern aus Gottes Wirken. Maria ist von Anfang an das, was uns allen von Christus verheißen ist. Sie ist Urbild dessen, was die Glaubenden sein sollen. An Maria wird deutlich, dass Gottes Handeln am Menschen, seine Gnade, unsere Freiheit nicht beschneidet, sondern erst ermöglicht. Die Erwählung Mariens schon im Leib ihrer Mutter ersetzt nicht ihr freies Ja, das sie bei der Ankündigung der Geburt ihres Sohnes sprechen wird.