03.02.2011 - 15:06

Kardinal Meisner ruft zur Nachfolge des Kirche-in-Not-Gründers auf "Lasst uns gehen"

Beim achten Jahrgedächtnis für Pater Werenfried van Straaten hat Joachim Kardinal Meisner zur Nachfolge des Kirche-in-Not-Gründers aufgerufen. Der Prämonstratenserpater habe in einer Zeit der größten Not in Europa "Kreuze anderer" übernommen. Diesen Weg müsse die Kirche auch heute gehen.

Zeit seines Lebens sei dieser ein Mann der Tat gewesen, sagte Meisner in einem Gottesdienst im Kölner Dom am Samstag. In der Nachkriegszeit habe er immer wieder "Kreuze auf sich genommen, die nicht seine Kreuze waren", so der Kardinal vor rund 400 Mitgliedern und Freunden von "Kirche in Not". An dem Gottesdienst nahm auch der chaldäisch-katholische Erzbischof Louis Sako aus Kirkuk im Irak teil.

Van Straaten starb am 31. Januar 2003 in Bad Soden. 1947 hatte der Prämonstratenserpater das Hilfswerk "Ostpriesterhilfe" gegründet. Mit Hilfe von Spenden vor allem aus Flandern unterstützte er heimatvertriebene Deutsche unter anderem mit Nahrungsmitteln, was ihm den Namen "Speckpater" einbrachte. 1981 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Seine Organisation "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe" wurde 1984 als kirchliche Vereinigung päpstlichen Rechts anerkannt.

Wie das Leben der Menschen so habe auch der christliche Glaube die Struktur eines Weges, sagte Meisner. Gott sei für die Menschen kein festgelegter Gott, sondern ein "Wege-Gott". Wer mit ihm nicht Schritt halte, verliere ihn aus den Augen und bleibe in Gottlosigkeit zurück. Pater Werenfried sei ein "Wege-Mensch" gewesen. Seinem Vorbild folge "Kirche in Not". Die Welt brauche solch engagierte Christen, "die unterwegs sind zu den Mühseligen und Beladenen".

Begegnungstag
Beim anschließenden "Begegnungstag" von "Kirche in Not" im Kölner Maternushaus ging es um "Neuevangelisation gegen alle Widerstände" mit dem Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Anschließend stand das Thema "Christentum und Islam zehn Jahre nach dem 11. September 2001" mit dem Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner und Erzbischof Louis Sako auf der Tagesordnung.